Ein viel zu schönes Mädchen

Autor*in
Koertge, Ron
ISBN
978-3-551-58157-0
Übersetzer*in
Brandt, Heike
Ori. Sprache
Englisch
Illustrator*in
Seitenanzahl
143
Verlag
Carlsen
Gattung
Ort
Hamburg
Jahr
2006
Lesealter
14-15 Jahre16-17 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
13,00 €
Bewertung
empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Das "viel zu schöne Mädchen" ist Margaux, die ihr letztes Jahr an einer High School in Kalifornien verbringt. Sie gerät in die unvermeidliche Krise im Übergang zwischen Pubertät und Erwachsenwerden, die aber die Chance bereit hält, ihr Leben so zu ändern, dass es für sie stimmt

Beurteilungstext

"Vielleicht hättest du dir lieber ein Karnickel kaufen sollen, statt ein Kind in die Welt zu setzen. Ein Karnickel kannst du in den Stall sperren, es widerspricht nicht und wenn du die Schnauze voll hast, kannst du es verkaufen oder wenigstens verschenken."(S.103) Diese zornigen Worte schleudert die 14jährige Rieke, ein verwöhntes und spät pubertierendes Einzelkind ihrer Mutter entgegen, weil sie sich von ihr unverstanden und in ihrem wilden Lebenshunger allzu sehr gebremst sieht. Damit wird sie ihrer Mutter nicht wirklich gerecht, die bei allen übertriebenen Ängsten vergleichsweise verständnisvoll auf Riekes Stimmungsschwankungen reagiert. Demgegenüber wirkt der großzügige Vater, der immer nachgibt und seiner Tochter keine Grenzen zu setzen vermag, eher gleichgültig und in Erziehungsfragen überfordert. Kurz: Die Tochter tanzt ihm auf der Nase herum und wickelt ihn mit ihrem unwiderstehlichen Charme um den Finger. Allerdings spielt der Vater auch nur eine unwichtige Nebenrolle. Die Geschichte wird abwechselnd von Rieke und von ihrer Mutter erzählt, eine raffinierte Erzählperspektive, die es ermöglicht , die einseitige und sehr egozentrische Sichtweise Riekes etwas zu relativieren.
Im Mittelpunkt der Geschichte geht es um Rieke, die sich zum ersten Mal verliebt, ausgerechnet in Pepe, der im Gegensatz zu ihr aus bescheidenen Verhältnissen kommt und die benachbarte Hauptschule besucht. Seine Unterlegenheitsgefühle gegenüber der aus seiner Sicht arroganten und "millionärigen Tussi" kaschiert er mit coolem Macho-Gehabe, was Rieke natürlich verletzt. Mit Hilfe ihrer guten Freunde Frieda und Özlem, die ganz nebenbei auch zueinander finden, schaffen es die beiden, sich näher zu kommen und (vielleicht) eine echte Freundschaft aufzubauen. Das gibt Hoffnung, ist aber fast zu schön, um wirklich wahr sein zu können.
Das Buch ist sehr unterhaltsam, bleibt aber auch etwas oberflächlich, ganz gemäß Riekes Welt zwischen Effekt haschendem Styling, Spaß orientiertem Erlebnishunger und ersten Gehversuchen auf einem eigenen Weg zum Erwachsenwerden, ohne die behütende Begleitung der Eltern.
Ein echter Pluspunkt ist der flotte, teilweise originelle und manchmal witzige Sprachduktus, der das Lesen zum Vergnügen macht. Der Leser, mehr noch: die junge Leserin kann sich so gut mit der insgesamt doch liebenswerten Rieke identifizieren.
Leicht verdauliches und bekömmliches Lesefutter!
( HaSch)

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Diese Rezension wurde verfasst von HaSch.
Veröffentlich am 01.01.2010

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