Ein Sommer mit Percy und Buffalo Bill

Autor*in
Stark, Ulf
ISBN
978-3-8251-5283-3
Übersetzer*in
Kicherer, Birgitta
Ori. Sprache
Schwedisch
Illustrator*in
Kehn, Regina
Seitenanzahl
285
Verlag
Urachhaus
Gattung
Buch (gebunden)Erzählung/Roman
Ort
Stuttgart
Jahr
2021
Lesealter
8-9 Jahre10-11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
18,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Teaser

Percy und Ulf sind beste Freunde und so lädt Percy sich selbst für die Ferien bei Ulfs Großeltern in den Schären ein. Mit seinen verrückten Ideen und seiner Kreativität krempelt er Ulfs Ferienleben komplett um, zähmt wilde Pferde, findet noch unbekannte Käfer und freundet sich mit dem cholerischen Großvater an ....

Beurteilungstext

Ulf und Percy sind Blutsbrüder und „das bedeutet, dass man miteinander in die Ferien fährt“ (S. 13) behauptet jedenfalls Percy. Der zehnjährige Ulf weiß nicht so genau, ob ihm das gefällt. Gemeinsam mit seiner Familie schippert er jedes Jahr im Sommer in die Schären zu seinen Großeltern. „Aber in den Schären hatte ich eine Menge anderer Freunde. […] Und eins wusste ich bombensicher – Großvater wollte auf keinen Fall noch mehr Kinder im Haus haben. Mein Bruder und ich waren schon zwei zu viel“ (S. 13). Auch ist der Großvater jähzornig und so nimmt Ulf Percy das Versprechen ab, den Großvater nicht zu ärgern. „Und genau das machte mir Sorgen. Wenn es jemand gab, der einfach jeden zur Weißglut bringen konnte, dann war es Percy.“ (S. 14). Damit nimmt der Sommer seinen Lauf, nach Percys Ankunft bei den Großeltern streut er dem Großvater statt Ingwer Pfeffer in die Dickmilch. „‚Das war kein Versehen‘, meint Percy. ‚Das war ein Scherz.‘“(S. 73) Trotz des turbulenten Starts in der Familie verstehen sich Percy und der Großvater wider Erwarten richtig gut. Abends bittet der Großvater Percy sogar ihm Buffalo Bill vorzulesen.
Aus Percys Spontanität und Einfallsreichtum entstehen tolle Erlebnisse und abenteuerliche Erfahrungen. So hilft er Ulfs Ferienfreund Klas mit seiner Käfersammlung, indem er einen noch unentdeckten Käfer zusammenbastelt: „ ‚Ein Sommerferienretterbock‘ , sagte Percy. ‚Der wird deinem Vater ganz schönes Kopfzerbrechen bereiten. ‘“ (S. 102) Gemeinsam bauen Ulf und Percy eine Hütte, üben Schwimmen oder helfen dem Großvater. Aber es ist nicht alles rosarot in diesem Sommer – denn nicht nur der Großvater ist wütend, sondern auch Ulf. Er hat Liebeskummer und bekommt Pia nicht aus seinem Kopf. Auch hier weiß Percy Rat und hilft ihm beim Entlieben. Sobald Ulf Pia erblickt, solle er sich an unangenehme Sachen erinnern. „Ich musste an die Kotzerei von damals denken [als Ulf aus Höflichkeit sauren Hering aß] und hielt mir außerdem eine nasskalte Kröte, die Percy besorgt hatte, unter meinem Hemd an den Bauch. Das würde helfen, hatte Percy versichert. Und das half tatsächlich.“ (S. 251)
Die eher malerischen Illustrationen von Regina Kehn stellen ausdrucksstark die verschiedenen Charaktere und ihre Emotionen dar, z. B. auf Seite 213 in der Ulfs Verzweiflung und Wut über seine unerwiderte Liebe zum Ausdruck kommt: „Ich stand am Ende des Dampferstegs, durchnässt von Wind und Wasser, und schrie in das Tosen der Wellen alle Flüche hinaus, die ich im Laufe der Jahre von Großvater gelernt hatte.“ Regina Kehn drückt Ulfs Gefühle durch eine gramgebeugte Schattenfigur auf einem dunklen Steg vor dem Hintergrund eines tosenden, dunkel grau-blauen Meeres aus.
Die Neuauflage des zuerst im Jahr 2004 in Schweden und 2006 in Deutschland erschienen Kinderromans von Ulf Stark erzählt von einem Sommer in den Schären. Ein Sommer voller Freiheit und abenteuerlichen Erlebnissen, in denen auch Unmögliches wahr zu werden scheint. Auch durch die teilweise überzeichneten Charaktere, z. B. die cholerische Figur des Großvaters, die manchmal ungewöhnliche Wortwahl (z. B. „Lokus“, S. 30 oder „Mordsdusel“, S. 42) und vielleicht derb anmutende Sprache („kaltmachen“ S. 31) wirkt die Erzählung authentisch. Der Roman „Ein Sommer mit Percy und Buffalo Bill“ ist eine unterhaltsame und kurzweilige Lektüre für den Sommer oder für die Vorfreude auf den nächsten Sommer.

Mareike Schulz

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Diese Rezension wurde verfasst von mt; Landesstelle: Sachsen-Anhalt.
Veröffentlicht am 26.01.2022

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