Dunkle Idylle

Autor*in
Korn, Carmen
ISBN
978-3-499-00658-6
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Seitenanzahl
256
Verlag
Rowohlt Taschenbuch Verlag
Gattung
Taschenbuch
Ort
Hamburg
Jahr
2022
Lesealter
14-15 Jahre16-17 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
16,00 €
Bewertung
empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Hamburg, ein Haus am Kanal umgeben von einer scheinbar ungetrübten Idylle soll das neue Heim der frischen Patchworkfamilie sein, bestehend aus Teresa, ihrer Mutter, deren Freund und dessen Sohn Leo, der Teresas Herz einen Takt höherschlagen lässt
Doch was der hoffnungsvolle Beginn einer gemeinsamen Zukunft sein sollte, wird schon bald von den Geheimnissen des Hauses und seinen ehemaligen Bewohner getrübt. Denn vor anderthalb Jahren verschwand hier ein Junge.

Beurteilungstext

Teresa verschlägt es in ein Haus am Kanal am anderen Ende Hamburgs, als ihre Mutter und deren Freund beschließen zusammenzuziehen. Mit dem Freund der Mutter zieht auch sein etwas älterer Sohn Leo ein, der am Ende seines Abiturs steht und für den Teresa romantische Gefühle entwickelt. Oberhalb der Garage wohnt Gerda, das Kindermädchen der ehemaligen Hausbesitzer. Gerda fühlt sich verantwortlich für das Verschwinden des vierjährigen Jungen und klammert sich an Erinnerungen und verbliebene Habseligkeiten des Vermissten. Mit der Zeit scheint sich der psychische Zustand Gerdas zu verschlechtern. Sie hört und sieht Dinge, die Teresas und Leos Eltern Bedenken bereiten. Als dann noch die Nachhilfelehrerin eines Kindes der ehemaligen Hausbesitzer tot im Kanal aufgefunden wird, machen sich Teresa und Leo selbst auf die Suche nach dem vermissten Jungen.
Der Jugendthriller „Dunkle Idylle“ zeichnet sich durch einen starken dynamischen Schreibstil aus. Vor allem kurze Sätze, teilweise größere Zeitsprünge und lebendige Dialoge sowie kleine Plottwists tragen die Handlung in einer angenehmen Schnelle voran. Nebenhandlungen, die das Leben der Nachbarn und Freunde Teresas und Leos betreffen, stärken den mehrdimensionalen Charakter des Buches und lassen den Plot weder eintönig noch überfordernd erscheinen.
Die Familienmitglieder agieren als selbstbestimmte Figuren, die sich aktiv – mal wiederwillig, mal neugierig und besorgt – mit dem Haus, seiner Geschichte, seinen Nachbarn und ehemaligen Bewohnern auseinandersetzen, was zur Enthüllung zahlreicher Hinweise führt. Am Schluss vollzieht sich die Auflösung des Mordes an der Nachhilfelehrerin schnell, während der Verbleib des Jungen lediglich durch einen Epilog aufgeklärt wird. Die Tatsache, dass die Trauernden auch am Ende der Geschichte keine Gewissheit über den Tag erhalten, an dem der Junge verschwand, ist zwar tragisch, allerdings auch äußerst realistisch.
Insgesamt ist der Thriller als ‚leichtere‘ Kost zu sehen, die sich insbesondere für Jugendliche und solche Leser eignet, die sich neu in das Genre einlesen wollen, ohne von grafischen Details oder psychologischer Schwere abgeschreckt zu werden.

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Diese Rezension wurde verfasst von 160; Landesstelle: 19 Nordrhein-Westfalen.
Veröffentlich am 02.06.2022

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