Doktor Jekyll & Mister Hyde

Autor*in
Stevenson, Robert Louis
ISBN
978-3-95939-041-5
Übersetzer*in
Aulike, Nils
Ori. Sprache
Englisch
Illustrator*in
Mourrain, Sébastien
Seitenanzahl
61
Verlag
Bohem Press
Gattung
Buch (gebunden)Erzählung/Roman
Ort
Münster
Jahr
2017
Lesealter
10-11 Jahre12-13 Jahre14-15 Jahre16-17 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
29,95 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Teaser

Jeder Mensch hat zwei Gesichter - diese bekannte Redewendung ist es, die als erstes in den Sinn kommt, wenn von Jekyll und Hyde die Rede ist. Der bekannte Klassiker von Robert L. Stevenson in Neuübersetzung von Nils Aulike entführt ins London des 19. Jahrhunderts.

Beurteilungstext

Die Geschichte führt in das neblige, düstere viktorianische London, welches durch Illustrationen wunderbar untermalt wird. Hier beabsichtigt durch Selbstversuche mit Chemikalien der angesehene und ehrbare Dr. Jekyll, seine Persönlichkeit in ein gutes und ein böses Ich abzuspalten. Diese Verwandlung in eine andere Person soll ihm gelingen. Anfangs ist er noch fasziniert davon, durch einen anderen Körper die Welt zu betrachten, aber schon bald muss er erfahren, was es heißt, die negativen Aspekte seiner Persönlichkeit abzuspalten. Durch die Verwandlung kommt eine unheilvolle, kriminelle Person zum Vorschein, die eines Tages zu einem Mörder wird und nach und nach die Oberhand über Dr. Jekyll gewinnt. Auch sein äußeres Erscheinungsbild verändert sich vollständig. Bei seinen Freunden löst er durch sein plötzlich auftretenes seltsames Verhalten Argwohn aus. Sein Freund und Rechtsanwalt Utterson berichtet von Beginn des Buchs an von seinen Sorgen um ihn. Besonders als der Arzt Jekyll ihm sein Testament anvertraut, worin er den sonderbaren Mr. Hyde als Alleinerben vorsieht. Durch die Erzählperspektive sind nicht von vornherein die Hintergründe bekannt. Erst ganz zum Schluss kommt Dr. Jekyll selbst in einem Brief zu Wort. So fügen sich erst auf den letzten Seiten die Ereignisse zu einem vollständigen Bild zusammen.

Bei der vorliegenden, in schwarzen Leinen gebundenen Ausgabe wurde der Originaltext von Robert L. Stevenson neu übersetzt und adaptiert. Trotz der Kürzung des Textes besticht er durch seine eigene Sprache. Die vorwiegend in schwarz und weiß gehaltenen Kohlezeichnungen von Sébastien Mourrains erzeugen eine schaurige, morbide Atmosphäre im nächtlichen London. Das Cover deutet bereits die Zweideutigkeit einer Identität an, indem die Flügel eines Schmetterlings keine Symmetrien aufweisen. Während die linke Seite schwarz, weiß und gelb gefärbt ist, verschwimmen bei der rechten, in schwarz gehaltenen Flügelseite die Konturen - einzig zwei gelbe Auge starren hervor. Ein gut gewähltes Motiv, da auch ein Falter eine Metamorphose durchlebt.

Ein beeindruckender Kriminalfall, der immer noch spannend zu lesen ist.

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Diese Rezension wurde verfasst von fs; Landesstelle: Berlin.
Veröffentlicht am 30.11.2017

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