Dinge, die so nicht bleiben können
- Autor*in
- Bauer, Michael Gerard
- ISBN
- 978-3-446-26801-2
- Übersetzer*in
- Mihr, Ute
- Ori. Sprache
- Englisch
- Illustrator*in
- –
- Seitenanzahl
- 222
- Verlag
- Hanser
- Gattung
- Buch (gebunden)Erzählung/Roman
- Ort
- München
- Jahr
- 2020
- Lesealter
- 14-15 Jahre16-17 Jahreab 18 Jahre
- Einsatzmöglichkeiten
- Bücherei
- Preis
- 15,00 €
- Bewertung
Teaser
Dieses Buch liest sich, wie auf dem Cover angekündigt, wie "Australiens Antwort auf John Green". Der Leser folgt dem Protagonisten Sebastian am Tag der offenen Tür an einer Uni. Hier trifft er auf Frida. Oder ist das gar nicht ihr Name? Während Sebastian seine Geschichte erzählt, versucht er, begleitet von zahlreichen (weniger gelungenen) Wortwitzen, das Geheimnis zu ergründen, das sie für ihn darstellt.
Beurteilungstext
"Michael Gerard Bauer ist Australiens Antwort auf John Green, wenn es darum geht, Humor und Herz in einem Jugendroman zu vereinen." So preist das 'QWeekend Magazine' das Buch auf dem rückwärtigen Cover an. "Witzig und zum Nachdenken anregend", findet 'White Ravens Auswahl'. In Australien wurde das Buch 2019 ausgezeichnet mit dem 'Prime Minister's Literary Award' in der Kategorie Young Adults. Das ist hohes Lob für ein Buch des bereits in Deutschland etablierten Autoren.
Das Lob ist sicherlich nicht ungerechtfertigt. Tatsächlich erinnert das Buch stark an Bücher des bekannten Autoren John Green, sowohl im Schreibstil als auch in der Themenwahl und den Figuren. Auch kann das Buch den einen oder anderen Leser zum Nachdenken anregen. Der Humor kann auch gesucht und gefunden werden, obwohl es sicherlich Ansichtssache ist, ob er gelungen ist. Doch beginnen wir am Anfang.
Im Verlauf eines Tages erzählt der Protagonist Sebastian von den Menschen, die er beim Besuch einer Uni am Tag der offenen Tür trifft. Dazu gehört vor allem die geheimnisvolle Frida, die mühelos lügen kann. Sebastian fällt es schwer, Wahrheit und Lüge auseinanderzuhalten in seinem Versuch, Frida näher kennenzulernen. Dabei werden zum Ende des Buch tatsächlich auch tiefergehende Themen angesprochen, als sich beide ihrer Vergangenheit stellen müssen.
Das erste Problem sind dabei jedoch schon die Hauptfiguren. Passend zum Vergleich mit John Green finden sich hier einige Klischees wieder, vor allem das mittlerweile gut bekannte 'Manic Pixie Dreamgirl', verkörpert durch Frida. Frida ist ein bisschen anders, kleidet sich anders, hat ein Ohr voller Piercings und die eine Seite ihres Kopfes rasiert. Außerdem hat sie eine traumatische Vergangenheit. Die hat Sebastian auch, aber er ist der typische "hoffnungslos verliebte, stinknormale Typ" (9), der Stadtplaner werden möchte. Trotz der Klischees haben Geschichten dieser Art ihre Leserschaft und auch ihre Berechtigung. Hier handelt es sich also um ein kleineres Problem.
Das größere Problem besteht im Schreibstil. Dieser ist gewollt humorvoll. Die Figuren haben viel Spaß daran, Wortwitze von sich zu geben. Dabei klingen diese leider eher gezwungen und nicht wirklich authentisch. An dieser Stelle lasse ich das Buch für sich sprechen:
"'Das nenne ich... Humor', teile ich ihnen mit. 'Einen Versuch, humorvoll zu sein?', schlägt Frida vor. 'Einen gescheiterten Versuch, humorvoll zu sein', fasst Tolly abschließend zusammen."
Das Problem mit dem Schreibstil lässt sich allerdings mit der Übersetzung aus dem Englischen erklären. Leider stört es den Lesefluss in der ersten Hälfte des Buches besonders. In der zweiten Hälfte verbessert es sich dagegen deutlich und das Lesen macht mehr Spaß.
Wie bei jedem Buch ist auch dieses sicher nicht jedermanns Sache, möchte dies aber auch gar nicht sein. Es nimmt sich selbst nicht zu ernst, denn schon zu Beginn der Geschichte äußert sich der Protagonist selbstironisch: "Aber leider klingt mein echtes Leben immer viel mehr nach einer sehr schlecht geschriebenen ersten Fassung als nach einer geschliffenen finalen Bearbeitung" (17). Am Ende ist es trotzdem ein Jugendbuch mit Tiefgang, das den Preis schon aus einem guten Grund gewonnen haben wird.