Die Tochter der Zauberin

Autor*in
Maar, Paul
ISBN
978-3-7512-0427-9
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Maar, Hannes
Seitenanzahl
90
Verlag
Oetinger
Gattung
Buch (gebunden)Erzählung/Roman
Ort
Hamburg
Jahr
2024
Lesealter
6-7 Jahre8-9 Jahre10-11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Freizeitlektüre
Preis
15,00 €
Bewertung
eingeschränkt empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Böse Mutter, lieber Vater und dazwischen ein Mädchen, das eigentlich nur das Richtige tun möchte.

Beurteilungstext

Fizzi möchte ein guter Mensch sein, sie spült das Geschirr, teilt ihr Pausenbrot, macht ihre Hausaufgaben und hilft sogar anderen Kindern dabei. Nur das mit der Ehrlichkeit bereitet ihr Probleme, denn ihre Mutter ist die böse Zauberin Frau Schmitt, deren Spezialitäten Waldbrände, Wirbelstürme und Zugverspätungen sind. Fizzi und ihr Vater lehnen das Handwerk der Mutter ab, sind ihr aber auf Grund ihrer Zauberkraft ziemlich ausgeliefert und so wird Herr Schmitt eines Tages von seiner Frau in einen Koffer verwandelt. Als Fizzi ihn befreien möchte, schickt Frau Schmitt beide in die gefährliche Zwischenwelt und erst nach einer abenteuerlichen Suche entdeckt Fizzi ihre Zauberkraft und kann sich gegen ihre Mutter wehren und das gezauberte Unrecht rückgängig machen.
Diese klassische Emanzipationsgeschichte wird in dem kurzen Buch von Paul Maar nur wenig mehr ausgeschmückt. Schon die Ausgangssituation ist durch ihre flache Darstellung unrealistisch. Die Beziehungen in der Familie sind nicht nachvollziehbar, die Mutter dominiert alles und obwohl der Vater sich aktiv wehrt, bleiben sie zusammen. Aber auch der abenteuerliche Teil der Geschichte vermag nicht zu fesseln. Die viel beschworenen Gefahren der Zwischenwelt sind wenig erschreckend, da Fizzis Helfer ihr für jede sofort eine passende Hilfe anbietet. Auch die Lösung ist schnell gemacht und außer der Namensänderung von Fizzi, die sich nun auch mit dem “bösen“ Teil ihres Namens identifizieren kann, wird wenig über die charakterliche Entwicklung beim Bruch und der gleichzeitigen Annäherung an die Mutter und ihre Zauberkraft gesagt. Witzige Sprachspiele, wie man sie vom Autor des Sams kennt und erwartet, gibt es nur wenige, der reimende singende Koffer bleibt die Ausnahme und kommt auch an die Qualität der gewohnten Sprachkunst Paul Maars nicht heran. Die Illustrationen von Hannes Maar sind in Grautönen gehalten und ergänzen die Geschichte, ohne wirklich eine eigene Wirkung und Tiefe zu entwickeln. Insgesamt hat man am Ende das Gefühl, die Skizze für eine neue Geschichte gelesen zu haben, der es an Tiefe, Kreativität und Eigenständigkeit noch mangelt.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von Elisabeth DeBoor; Landesstelle: Sachsen-Anhalt.
Veröffentlicht am 12.11.2024

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