Die steinerne Pforte

Autor*in
Prévost, Guillaume
ISBN
978-3-401-06070-5
Übersetzer*in
Knefel, Astrid
Ori. Sprache
Französisch
Illustrator*in
Seitenanzahl
297
Verlag
Arena
Gattung
Ort
Würzburg
Jahr
2007
Lesealter
12-13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Klassenlektüre
Preis
12,95 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Sam ist verzweifelt. Schon seit Tagen ist sein Vater verschwunden und es gibt kein Lebenszeichen von ihm. Als der Teenager auf ein mysteriöses Buch und einen großen grauen Stein stößt, erkennt er, dass das Verschwinden seines Vaters auf übernatürliche Ereignisse zurückgeht. Um seinen Vater zu suchen, begibt sich Sam auf eine gefährliche Reise…

Beurteilungstext

Die Zeit hat die Menschen schon immer fasziniert, ebenso wie die Möglichkeit, ihre Gesetze außer Kraft zu setzen und in die Vergangenheit zu reisen, an längst vergessene Orte oder gar in die Zukunft, und einen Blick auf das eigene Schicksal zu erhaschen. In der Literatur und im Film wurde diese Vorstellung unzählige Male umgesetzt, mehr oder weniger einfallsreich. Leider verrät ein Verlagsaufkleber auf dem Deckblatt des ersten Jugendromans des Franzosen Guillaume Prévost bereits, dass hier eine Zeitreise erzählt wird, daher leidet die Spannung ein wenig, die ohne diesen Spoiler fast 40 Seiten überlebt hätte. Auch, wenn es der Titel des Romans bzw. der übergeordnete Titel der geplanten Trilogie andeutet, so hätte man es doch dem Leser gönnen können, gemeinsam mit der Hauptfigur hinter das Rätsel des geheimnisvollen Buches und der Reisen von Sams Vater zu kommen.
Abgesehen davon zeichnet sich der Roman durch seine erlebnisnahe Erzählweise und gut recherchierten Detailbeschreibungen der einzelnen von Sam besuchten Epochen aus - kein Wunder, lehrt der Autor doch an der Universität du Havre bei Paris Geschichte und hat bereits neben Fachbüchern auch Krimis verfasst.
Als besonders gelungen empfindet man beim Lesen und Miterleben der Ereignisse die Tatsache, dass Sam auf seinen Zeitreisen ganz "normalen" Menschen begegnet, die dennoch ihren Platz im Laufe der Geschichte einnehmen. Es steht nicht im Vordergrund, wichtige historische Ereignisse oder berühmte Personen auf Sam treffen zu lassen, um ihn möglicherweise in den Strudel der Paradoxa zu ziehen, die das Zeitreisen häufig begleiten. Stattdessen begegnet er Menschen, die einfach ihr Leben führen und versuchen, aus den Aufgaben, die ihnen gestellt sind, das Beste zu machen. Auf der Suche nach seinem Vater, der anscheinend im Verlies des gefährlichen Dracula gefangen gehalten wird, findet Sam vor allem seine eigene innere Stärke und eignet sich Fähigkeiten an, die ihm schon bald sehr nützlich sein werden. In ihren Grundstrukturen erinnert die Erzählung zwar an die "unendliche Geschichte" von Michael Ende, Variation bietet aber vor allem die geschickte Verknüpfung zwischen der Gegenwart, in der Sam mit Hilfe seiner Cousine Nachforschungen über die einzelnen Epochen anstellt, die er besucht, und seinen Reisen, wo er diese Informationen dann einsetzen kann. Neue Medien spielen eine große Rolle, wie auch in vielen anderen aktuellen Romanen für Jugendliche. So gehen die beiden Figuren wie selbstverständlich mit Internet und Handy um, Chatgespräche werden, ebenso wie Zeitungsausschnitte, im Text hervorgehoben. Aber auch die klassischen Kulturgüter kommen nicht zu kurz: So liegt die Lösung zu den Zeitreisen und somit auch zu Sams Vater in einem lateinischen Spruch, den es zunächst zu übersetzen gilt. Es scheint, als habe der Erzähler versucht, neue und alte Medien bzw. Sprachen versöhnlich miteinander in Einklang zu bringen.
Der Roman ist sehr empfehlenswert, nicht zuletzt durch seine differenzierten Beschreibungen und dem spannenden Handlungsbogen. Der großartige Cliffhanger am Ende zwingt den Leser geradezu, auch die Fortsetzung zu lesen.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von RD.
Veröffentlich am 01.01.2010

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