Die Nervensäge, meine Mutter, Sir Tiffy, der Nerd & Ich

Autor*in
Bauer, Michael Gerard
ISBN
978-3-423-62712-2
Übersetzer*in
Mihr, Ute
Ori. Sprache
Englisch
Illustrator*in
Seitenanzahl
280
Verlag
dtv
Gattung
Erzählung/RomanTaschenbuch
Ort
München
Jahr
2020
Lesealter
12-13 Jahre14-15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
8,95 €
Bewertung
empfehlenswert

Teaser

Eine gute Freundin, ein vorzeigbarer Partner für den Abschlussball und eine Eins in Englisch: Maggie Butt will ihr Leben umkrempeln und das in gerade einmal zwei Monaten. Bis zum Schuljahresende soll aus ihr ein glücklicher Teenager werden. Doch mit dem Auftauchen des unzumutbaren und unendlich nervigen neuen Freundes der Mutter, droht ihr Plan ins Wanken zu geraten. Denn die Nervensäge versteht es, Maggies Pläne nicht nur einmal zu durchkreuzen.

Beurteilungstext

Maggies Leben ist ziemlich weit von einer märchenhaften Teenagerzeit entfernt. Die 15-Jährige leidet nicht nur unter einem peinlichen Spitznamen und einer völlig missratenen Frisur, sondern auch noch unter der Nervensäge Danny, welche eines Tages in ihrem Leben auftaucht. Danny entpuppt sich als neuer Freund der Mutter mit – wohlgemerkt – etwas speziellem Humor. Doch Maggie ist überhaupt nicht zu Scherzen aufgelegt. Eigentlich ist sie sogar ziemlich kratzbürstig und will nur drei Dinge: eine gute Freundin, eine gute Note und ein Date. Aber Maggies Pläne haben zwei ziemlich große Haken, denn zum einen sind die Sommerferien nur noch wenige Wochen entfernt und zum anderen mischt sich die Nervensäge ständig in ihre Angelegenheiten ein. Als diese auch noch Maggies potentielles Date für den Abschlussball verjagt, wirkt die Lage immer aussichtsloser.

Michael Gerard Bauer zeichnet das überspitze Bild einer Teenagerin, von welcher man meinen könnte, dass sie genau in diesem Moment in unzähligen Jugendzimmern der Welt sitzt. Denn Maggie ist kratzbürstig, egoistisch und ziemlich direkt. Der Roman lebt von ihrer unterhaltsamen und zum Teil urkomischen Art. „Macbeth ist wie ein Auto ohne Benzin“ (S.44) ist nur einer von Maggies eigenwilligen Kommentaren zu Shakespeares bekannter Tragödie. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, hat ein Faible für absurde Metaphern und Sarkasmus scheint ihr in die Wiege gelegt zu sein. Nur deshalb kommt Bauers Geschichte auch gänzlich ohne Perspektivenwechsel aus. Denn spätestens als die Nervensäge den zerzausten Sir Tiffy anschleppt und Maggie in dem Kater das hässlichste Exemplar einer Perserkatze im Universum sieht, fragt man sich, ob sie nicht ein bisschen übertreibt. Doch mit Humor weiß die Protagonistin jeden aufkommenden Zweifel an ihrer Person im Keim zu ersticken.

Das Thema des Romans knüpft mit der Trennung von Maggies Eltern, dem neuen Lover der Mutter, einem fehlenden Date und der unbefriedigenden Schulnote an den Alltag vieler junger Mädchen an. Mit einer passenden Dosis Witz erschafft Bauer aus dem oft schwierigen Schicksal von Scheidungskindern eine liebenswerte Geschichte. Diesen Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit hat der australische Autor bereits in seinen Jugendbüchern „Running Man“ und „Nennt mich nicht Ismael!“ bewiesen. Problematisch an seiner neuesten Veröffentlichung ist daher nur das Happy End. Die zuvor einfühlsame Geschichte entfernt sich unerwartet vom Schicksal des gebeutelten Scheidungskindes. Maggies Kratzbürstigkeit ist von einer Sekunde auf die andere ein Ende gesetzt. „Ich hatte so viel gelacht, dass mein Kopf total leer war“ (S. 273), erinnert sie sich. Bauer rückt damit auf den letzten Seiten des Romans die ewig rechthabenden Erwachsenen in den Vordergrund.

Ist man bereit über diese Schwäche hinweg zu sehen, handelt es sich um einen empfehlenswerten und leicht lesbaren Jugendroman, welcher mit Wortwitz, einem im Kern bedeutsamen Thema und einer großartig beschriebenen Protagonistin besticht. Aufgrund des handlichen Taschenbuch-Formats ist der Roman auch für den schulischen Einsatz geeignet. (Dana-Alina Röpke, Niedersachsen)

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von 18gast; Landesstelle: Niedersachsen.
Veröffentlicht am 04.09.2020

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