Die Kindheit der Bösen

Autor*in
Perez, Sébastien
ISBN
978-3-96428-216-3
Übersetzer*in
Jacoby, Edmund
Ori. Sprache
Französisch
Illustrator*in
Lacombe, Benjamin
Seitenanzahl
68
Verlag
Jacoby & Stuart
Gattung
BilderbuchBuch (gebunden)
Ort
Hamburg
Jahr
2024
Lesealter
8-9 Jahre10-11 Jahre12-13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Freizeitlektüre
Preis
14,40 €
Bewertung
empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Ungeheuer, Hexen und andere Unholde waren auch mal Kinder. Diesen Gedanken spinnen die Autoren in Text und beeindruckenden Bildern weiter.

Beurteilungstext

Im Märchen setzt das Böse die Handlung in Gang. Legenden erzählen von Grausamkeiten, dass sich die Nackenhaare der Zuhörenden aufstellen. In den spannendsten Filmszenen sind recht oft deftige Unholde die Akteure. Der Reiz des Bösen beflügelt so manche Geschichte. Und das ist in vielen Kulturen und schon seit ewigen Zeiten der Fall.
Das vorliegende Bilderbuch lebt vor allem von den meisterlichen Illustrationen Benjamin Lacombes. Das quadratische große Format bietet den Helden einen jeweils großartigen Auftritt. Ganzseitige, etliche doppelseitige Bilder und eingestreute Abbilder stellen die Figuren ganz in den Vordergrund. Natürlich entsprechend des Themas die jugendlichen Figuren. Der schmächtige Hades blickt uns aus großen Kinderaugen an. Die böse Fee mit zierlichem Gesicht verschmilzt mit ihrem „Reittier“, dem Drachen, den sie fest an der Leine hält, damit klar wird, wer hier die Herrscherin ist. Und der schlaue Fuchs in herrschaftlicher Kleidung zeigt mit übertrieben kindlichen Proportionen, dass Entschlossenheit schon immer seine Stärke war.
Diese Bilder erhalten einen großen Reiz aus dem Gegensatz von dargestellter Kindlichkeit und Merkmalen, die auf ihr „böses“ Wesen hinweisen. Nur einige der Helden leben allein von ihrer Niedlichkeit. So der junge „Böse Wolf“ und Lungri, der mal Shir Khan wird. Sie sitzen als bedauernswerte kleine Geschöpfe in einer- wenigstens auf den zweiten Blick- bedrohlichen Umwelt.
Die Texte sind relativ kurz und beschränken sich grundsätzlich auf eine Seite mit großer gestalteter Überschrift und breiten Seitenrändern. Sie erzählen von Kindern, die die schwächsten waren, gemobbt wurden, großes Unheil erfahren mussten oder schon früh in sich den unwiderstehlichen Wunsch nach Bösem spürten, indem sie zum Beispiel rohes Menschenfleisch als appetitlich empfanden. Nicht immer passen die im Text dargestellte Entwicklung und das Wesen aus der Illustration zusammen. Aber das wird Fans dieser Art von Literatur nicht abschrecken. Die Texte geben Richtungen vor, in die man die Geschichte seiner Helden weiter- oder besser zurückspinnen kann. Das wird die Fantasie der Lesenden beflügeln. Und eigentlich erzählen die Illustrationen genug.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von Bärbel Jähnert; Landesstelle: Thüringen.
Veröffentlicht am 26.05.2024

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