Die Baumhausbande

Autor*in
Necker, Norbert
ISBN
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Necker, Ute
Seitenanzahl
134
Verlag
Dieter-Frieß
Gattung
Ort
Amstetten
Jahr
2007
Lesealter
8-9 Jahre10-11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
7,90 €
Bewertung
empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Die Baumhausbande, vier Jungen und drei Mädchen, gehen in die dritte Klasse der Grundschule von Schwarzbach. Sie sind eine kleine, eingeschworene Gruppe. Eines Tages kommt ein “Asozialer” aus dem Kinderheim in ihre Klasse. Nicht nur, dass sie jetzt vor dem Problem stehen, wie sie (und andere) mit ihm umgehen sollen, wollen sie auch herausfinden, wer für den Vandalismus und die Diebstähle im Ort verantwortlich ist; dabei erweist sich “der Asoziale” als Freund und unentbehrlicher Helfer...

Beurteilungstext

Zunächst scheint es bei einer ersten Lektüre, als habe der Autor eine sehr klischeehafte Geschichte geschrieben: die Kinder der Baumhausbande leben in einer sehr heilen, gutbürgerlichen Welt mit festen Wertmassstäben, der Junge aus dem Kinderheim gilt ihnen als “asozial” , d.h. “gesellschaftsschädigend”, Türken werden verdächtigt, für den Vandalismus im Ort verantwortlich zu sein u.a. Schaut man tiefer, erkennt man, dass die Klischees gebraucht werden, um Kindern hauptsächlich vorzuführen, dass jemand aus dem Kinderheim nicht so einfach asozial ist, sondern dass es dafür Gründe gibt; in diesem Fall ist es die Alkoholsucht der Mutter, die den jungen Frank aus reiner Not und um seinen kleineren Geschwistern zu helfen, scheinbar so werden ließ. Hier werden die Werte von Toleranz und Freundschaft vermittelt.
Die Geschichte steckt voll von vielen kleinen Höhepunkten, sei es die Mutprobe Franks, ein Fußballturnier oder die gegenseitige Hilfe, wenn es um die Empfehlungen für die weiterführende Schule geht, die ein flüssiges und abwechslungsreiches Lesen sorgen.
Dennoch kann man sich als Leser kaum des Eindruckes erwehren, als lebe der Autor selbst in gewissen Vorurteilen: Zum einen wird die alkoholsüchtige Mutter Franks als “mannstoll” genannt (beiwege: welcher unserer heutigen Jugendlichen kennen noch diesen Ausdruck?), zum anderen sind Punker grundsätzlich gewalttätig und zum Verbrechertum neigend dargestellt. Den Lesern aber wird beispielsweise nicht die Möglichkeit geboten zu fragen, ob die “Mannstollheit” nicht ein Hilferuf nach Liebe und Geborgenheit ist. Weiterhin fragt man sich als Leser auch, weshalb gerade Hotelfachschüler - neben den Türken - für den Vandalismus verantwortlich seine sollen. Da weist die Geschichte Schwachpunkte auf.
Ein anderer Schwachpunkt sind einige sprachliche Misslichkeiten, z.B. S. 78: “Bevor die Kaffe tranken, wollten die Kinder...” (Drittklässler dürfen sicher noch keinen Kaffee trinken. Erst später zeigt es sich, dass anwesende Eltern gemeint waren), S. 94 “Petra hatte ... erhalten, nachdem sie ... bekam”. Von Zeit zu Zeit finden sich auch einige Leertasten zuviel im Text.
“Die Baumhausbande” ist eine ordentliche Geschichte um Toleranz, Freundschaft und Hilfe, die man durchaus empfehlen kann.

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Diese Rezension wurde verfasst von eb.
Veröffentlich am 01.01.2010