Der tätowierte Hund

Autor*in
Maar, Paul
ISBN
978-3-7891-4257-4
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Faust, Anke
Seitenanzahl
112
Verlag
Oetinger
Gattung
FantastikMärchen/Fabel/Sage
Ort
Hamburg
Jahr
2007
Lesealter
4-5 Jahre6-7 Jahre8-9 Jahre10-11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
12,90 €
Bewertung
empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Als ein Löwe mitten im Urwald einen nackten, über und über tätowierten Hund trifft, ist er natürlich neugierig, was hinter den vielen Bildern steckt. Für ein Leberwurstbrot verrät der Hund nicht nur, dass sich hinter jedem Bild eine Geschichte verbirgt, sondern erzählt sogar einige davon.

Beurteilungstext

Hunde mag Paul Maar sicher gern, denn schon im “Herrn Bello” hat er sich einem besonderen Exemplar gewidmet. Auch dieser Hund ist etwas Besonderes, ein lebendes Bilder- und Geschichtenbuch sozusagen, und so ist es kein Wunder, dass sowohl Löwe als auch Sandkäfer sich gerne etwas von ihm erzählen lassen. Aber der Hund verschenkt seine Geschichten nicht, er tauscht sie: Gegen andere Geschichten vom Löwen und vor allem - gegen etwas Leckeres zu essen. Dabei erweisen sich die Geschichten des Hundes als die Unterhaltsameren, meistens geht es um wilde Streiche der beiden Affen Kukuk und Schlevian, die sich für keinen Schabernack zu gut sind, oftmals aber auch selbst letzten Endes die Angeschmierten sind. Diese Geschichten sind prall und deftig, voller Schadenfreude und Spitzfindigkeit, dabei aber immer harmlos und ohne jemandem ernsthaft zu schaden. Die Beiträge des Löwen zeigen sich von einer viel abseitigeren Art. In ihnen wird z.B. die Geschichte von Hänsel und Gretel aus der Sicht der Hexe als armem Opfer erzählt oder sie berichten von der unmäßig dicken Kuh Gloria, die unbedingt Ballett tanzen wollte.
Obwohl die biologischen Details oft von einer gewissen Lässigkeit gezeichnet sind (ein Nashorn im Urwald würde schon Aufsehen erregen!), entwickeln die auftretenden Tiere , ganz einer Fabel entsprechend, sehr menschliche und charakteristische Eigenschaften. Und so ergeben sich immer wieder reizvolle Parallelen zu menschlichem Verhalten, wenn auch mal die Schwächeren siegen oder Gewalt mit Köpfchen ausgetrickst wird.
Einen etwas überraschenden Schluss bildet dann noch die Geschichte, wie sich am linken Ohr ein Bild wie eine russische Puppe-in-der-Puppe findet, sprachlich raffiniert gestaltet und an Bildgeschichten von Walter Schmögner erinnernd.
Insgesamt ein herrlich moralarmes Buch, das den Unsinn zum Prinzip erhebt und neben dem Lachen eine ganze Menge Stoff zum Weiterspinnen liefert. Dazu tragen auch die eingestreuten Illustrationen Anke Fausts bei, die dem Text in unterschiedlichsten Formaten und Blickwinkeln optischen Ausdruck verleihen. Vor allem aber beeindruckt die kreative Technik, bei der ausgeschnittene Zeichnungen auf Fotos und Musterpapieren zu sehr detailreichen und plastisch wirkenden Collagen zusammengefügt wurden. Nicht nur, aber auch wegen der neuen Bilder eine willkommene Neuauflage des ursprünglich schon 1968 erschienenen Buches.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von bh.
Veröffentlich am 01.01.2010

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