Der Sternsee

Autor*in
Gmehling, Will
ISBN
978-3-7795-0766-6
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Rassmus, Jens
Seitenanzahl
56
Verlag
Peter Hammer Verlag
Gattung
Buch (gebunden)Erstlesebuch
Ort
Wuppertal
Jahr
2025
Lesealter
8-9 Jahre10-11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
BüchereiFreizeitlektüreKlassenlektüre
Preis
14,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Der Sternsee ist der Mittelpunkt des Wohnviertels von Sissi, Anastasia, Mo und dem Ich-Erzähler. Doch eines Tages passiert etwas Seltsames, und das wird das Leben der Kinder verändern.

Beurteilungstext

Es ist keine schöne Wohngegend, die Häuser sind hoch und die Lebensbedingungen eher ärmlich. Dort leben Sissi, Anatasia, Mo und der kindliche Ich-Erzähler. Sie haben sich und sind dicke Freund:innen. Und neben ihrem Haus mit den vielen Geschossen liegt der Sternsee, dessen Form ihm den Namen gegeben hat. Eines Tages im Januar friert er zu, was nicht weiter verwunderlich ist. Doch als der Frühling und der Sommer kommen, bleibt das Eis bestehen und das ist eine Sensation. Fernsehteams kommen und der See wird zur Attraktion, bis er eines Tages im September plötzlich aufbricht, taut und alles wieder wie gehabt zu sein scheint. Doch der Schein trügt, wie der Ich-Erzähler schnell feststellen muss, denn sie selbst haben sich verändert. Sie sind zwar die gleichen Menschen, sie erkennen sich aber anders. So entsteht eine vorsichtige Liebe, die zwar kaum ausgesprochen, in den letzten Momenten der Geschichte aber angedeutet und einfühlsam und sensibel vorbereitet wird.

Konflikte braucht es hier nicht, es geht um einen wichtigen Moment am Ende der Kindheit und der wird in diesem fortgeschrittenen Erstlesebuch von Will Ghemling eindrücklich aber auch zurückhaltend und still gefeiert. Die Charaktere sind in der knappen Erzählung minimalistisch und doch markant ausgearbeitet. Dazu tragen die präzisen und klug gesetzten Formulierungen, aber auch die grafischen Illustrationen von Jens Rassmus bei. Ganzseitige Szenen und fokussierte halbseitige Bilder auf Weißgrund zeigen wichtige Ausschnitte der Handlung, Figuren und deren Begegnung, aber auch atmosphärische Perspektiven auf das Umfeld. Hier findet keine Romantisierung statt, stattdessen herrscht in Bild und Text ein nüchtern-realistischer Erzählton vor. So wird auch das poetische Bild ganz subtil und beiläufig als fantastisches Element eingefügt, das stellvertretend für die Entwicklung der Kinder zum Ausdruck bringt, wie das Ende der Kindheit und eine neue Lebensphase zueinander ins Verhältnis kommen. Eindrücklich und sensibel – sehr überzeugend. Unbedingt zu empfehlen!

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von Michael Ritter; Landesstelle: Sachsen-Anhalt.
Veröffentlicht am 17.03.2025

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