Der Sonnenkönig

Autor*in
Holzwarth, Werner
ISBN
978-3-522-45876-4
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Jakobs, Günther
Seitenanzahl
32
Verlag
Thienemann
Gattung
BilderbuchBuch (gebunden)Sachliteratur
Ort
Stuttgart
Jahr
2020
Lesealter
4-5 Jahre6-7 Jahre8-9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
13,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Teaser

Auf dem Hühnerhof herrscht eitel Sonnenschein und die Damen Hennen sind sehr zufrieden mit ihrem Hahn. Bis zu dem Tag, an dem er ihnen weismacht, dass die Sonne allein durch sein morgendliches Krähen aufgeht. Die Hühner beten ihren Sonnenkönig für seine großartige Gabe an. Doch eines Tages treibt er es zu weit…

Beurteilungstext

Die leuchtenden Farben auf dem Titelbild und die ausdrucksstarken Gesichter der Hühner und des Hahns lassen das Bilderbuch gleich verlockend erscheinen. Auch der Titel „Der Sonnenkönig“ klingt einladend. Zu Beginn der Geschichte kann man sich durch die charmante und witzige Unterhaltung der Hühner schnell in das bunte Treiben auf dem Hühnerhof hineinversetzten. Die typischen Charaktere der Hühner werden durch ihre Namen (die dicke Bertha und schnell eingeschnappte Henriette) gleich vorstellbar. Die farbenfrohen Bilder passen wunderbar zur Szenerie. Günther Jakobs illustriert die Hühner mit charmanten Details und bringt die Stimmung damit äußerst treffend rüber. Dies gelingt ihm besonders gut durch ausdrucksstarke, übergroß gezeichnete Augen. Es macht richtig Freude, die Bilder zu betrachten und man kommt unweigerlich ins Schmunzeln.
Zur Geschichte: Die dicke Bertha kommt beim morgendlichen Krähen des Hahns Konrad zu dem trügerischen Schluss, dass er wohl derjenige sein müsse, der die Sonne durch sein Krähen aufgehen lässt. Dem eitlen Gockel gefällt diese Vorstellung so sehr, dass er durch geschickte Kommentare an den nächsten Morgenden diese Theorie Berthas bekräftigt. Und schon nach ein paar Tagen sind seine treuen und leichtgläubigen Hennen überzeugt: Konrad lässt die Sonne aufgehen! Aber schon gleich verfallen die Damen in Panik: „Was ist, wenn er mal nicht kräht? … wenn er mal krank ist?“
Konrad kostet die Angst der Hühner auf unverschämte Art und Weise aus und lässt sich von nun an bis zur totalen Erschöpfung der treu-dummen Hühner verwöhnen. Während er in seiner Eitelkeit und seinem Größenwahn tatsächlich glaubt, der Sonnenkönig zu sein, beutet er seine Hühner grenzenlos aus und lässt sich luxuriös mit Futter versorgen. Es geht dem Hühnervolk in seiner absoluten Aufopferung immer schlechter. Doch natürlich kommt es zur Wende. Konrad, völlig in seinen königlichen Träumen versunken, verpennt eines Morgens den Sonnenaufgang!
Mit sofortiger Klarheit erkennen die Hühner: Dieser Betrüger hat sie aufs Übelste hereingelegt!
Doch das Bilderbuch nimmt ein für Kinder sicherlich angenehmes Ende. Der Hahn bekommt von den Hühnern eine gerechte Strafe, darf aber, nachdem er diese reumütig abgearbeitet hat, auf dem Hühnerhof verbleiben. Im Schlussbild wirken alle wieder glücklich und zufrieden, haben wohl aber ihre Lektion gelernt.
Es macht Freude, das Buch mit Kindern zu lesen und die wirklich liebevollen Bilder geben viel Anlass auf den Seiten zu verweilen. Auch beim wiederholten Blättern durch das Buch kommt man wieder ins Schmunzeln und hat Lust, die Geschichte noch einmal zu lesen. Die Sprache ist bildreich, humorvoll und macht es dem Vorlesenden leicht, sprachgestaltend vorzulesen. Historische Parallelen vom absolutistischen Hahn Konrad zum Sonnenkönig Ludwig XIV zieht der erwachsene Vorlesende unweigerlich im Kopf. Dies macht die Geschichte auch noch ein bisschen zur Satire. Man könnte den Kindern vielleicht die historische Person anhand des Buches vorstellen. Für das Lesealter 4-9 Jahre sehe ich hier aber keine Notwendigkeit.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von RPHS; Landesstelle: 20 Rheinland-Pfalz.
Veröffentlich am 14.08.2020

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