Der rote Korsar. Band 7. Schachmatt dem Sklavenhändler

Autor*in
Hubinon, Charlier
ISBN
978-3-7704-3917-1
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Französisch
Illustrator*in
Pellerin, Patrice
Seitenanzahl
160
Verlag
Egmont
Gattung
Comic
Ort
Köln
Jahr
2016
Lesealter
12-13 Jahre14-15 Jahre16-17 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
29,99 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Der Egmont-Verlag beschenkt sich selbst: Über 50 Jahre nach der Erstausgabe von „Der rote Korsar“ in Belgien startet die hauseigene
Comic-Collection eine gebundene Gesamtausgabe des Südseeadventures. Die Neuauflage ermöglicht dem Leser die Entdeckung einer der fantastischsten Piraten-Sagas der Comic-Geschichte. Der aktuelle 7. Band präsentiert folgende Alben: „Die Tochter des Piraten“ (1981); „Die goldene Flotte“ (1983); und „Revolte auf Jamaika“ (1987).

Beurteilungstext

„Der rote Korsar“ ist eine im Jahre 1959 von Charlier und Hubinon gestartete frankobelgische Comicsaga. Der eigentliche Protagonist der
Serie ist nicht der blutrünstige Piratenkapitän „Der Rote Korsar“, sondern ein junger Mann namens Rick, dessen Eltern bei einem Überfall eben jenes Freibeuters ums Leben kamen. Der rote Korsar adoptiert den Waisen und zieht ihn auf. Im Verlauf der Serie findet Rick immer mehr über seine ursprüngliche Herkunft heraus: U.a., dass er einer einflussreichen französischen Adelsfamilie entstammt. Als tüchtiger Seefahrer kämpft er gegen Engländer und Spanier und wird sogar vom französischen König in den Dienst genommen. Als Sidekick begleiten ihn bei all seinen Abenteuern der alte Seebär Dreifuß - ein schlauer Ratgeber und Mentor – und der schwarze Sklave Baba - ein bärenstarker Beschützer und Kampfausbilder. Alle drei Figuren waren schon kurz nach ihrer ersten Veröffentlichung so populär geworden, dass Uderzo und Grosciny sich nicht scheuten, sie als Vorlage für ihre eigenen Piraten in „Asterix“ zu verwenden – freilich in ironisch-satirischer Brechung.
Hightlight des vorliegenden 7. Bandes ist ohne jeden Zweifel die Doppel-Episode „Schachmatt dem Sklavenhändler“, welche ursprünglich in zwei Einzelbänden unter den Titeln „Die Goldene Flotte“ und „Revolte auf Jamaika“ publiziert worden war. Sie thematisiert auf schonungslose Art und Weise den Sklavenhandel in der Karibik durch die Kolonialmächte – obwohl natürlich im romantischen Südseeadventure auch mal das „Menschliche Ebenholz“ - wie es Charlier historisch korrekt formuliert – siegen darf. Aus diesem Grund lies es sich der Autor auch nicht nehmen,dieser Episode exklusiv ein umfangreiches Vorwort mit geschichtlichen Fakten beizufügen, das auch in der Gesamtausgabe abgedruckt ist. Wie in allen bisherigen Ausgaben besticht auch diese durch phänomenalen Detail-Realismus – und das in Farbdruck! Jede Seite enthält mindestens zehn Panels, und selbst die kleinsten sind bis ins Detail durchkomponiert. In vielerlei Hinsicht erinnern sie stilistisch an die amerikanischen Superheldencomics der späten 80er. Jean-Michel Charlier schrieb die
hier vorliegenden Geschichten, die zeichnerisch seit den 80ern von Patrice Pellerin umgesetzt wurden. Als Hubinon die Serie in den 70ern abgab, übernahm zwischenzeitlich Jijé – der Vater von „Spriou und Fantasio“ – den Zeichenstift. Nach dessen Tod 1982 führte Charlier die Serie mit zwei neuen Zeichnern fort. Einer davon ist Pellerin, der im aktuellen Band 7 erstmals bewundert werden kann. Neben den hochwertigen Comics kann der Leser auch in diesem Band wieder zahlreichen Seiten mit Zusatz-Informationen über die Autoren bzw. Zeichner finden: Comicgeschichte, Intertextuelle Verweise, Entwurf-Blätter im Faksimile und ein Interview mit Pellerin. Der Druck ist wie bisher auf rauhem, hochwertigen Papp-Papier, das dem Band auch von material-technischer Seite gerecht wird.
Auch die 7. Ausgabe dieses Klassikers des Nachkriegs-Adventure gehört in jede Sammlung und in jedes Bücher-Regal! Denn nirgends sonst kann man diesem Prototypen des blutrünstigsten Piraten der Sieben Meere begegnen - und den außergewöhnlichen Abenteuer eines jungen Mannes, der mitten hineingeworfen wird in gnadenlose Kämpfe und ausweglose Kaperfahrten, in denen sich Piraten und königstreue Marinetruppen in den glorreichen Zeiten der Segelschifffahrt gegenüberstehen. Fazit: Absolut empfehlenswert, nicht nur für Fans der gepflegten franko-belgischen Unterhaltung.

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Diese Rezension wurde verfasst von OWA; Landesstelle: 23 Sachsen-Anhalt.
Veröffentlich am 28.09.2016

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