Der Löwe auf dem Dachboden
- Autor*in
- Krause, Ute
- ISBN
- 978-3-257-01261-3
- Übersetzer*in
- –
- Ori. Sprache
- –
- Illustrator*in
- Krause, Ute
- Seitenanzahl
- 32
- Verlag
- Diogenes
- Gattung
- BilderbuchBuch (gebunden)Sachliteratur
- Ort
- Zürich
- Jahr
- 2021
- Preis
- 16,00 €
- Bewertung
Teaser
Leise sein und zuhören, um dann mit den eigenen Tönen des Herzens andere glücklich zu machen, ist eine große Aufgabe – die gelernt sein will, wie der Löwe weiß.
Beurteilungstext
In Karlas Familie sind alle laut. Will man gehört werden, muss man lauter sein als alle anderen zusammen. Karla kann das. Nachdem sie in ein hohes Haus mit Dachboden umgezogen sind, begegnet Karla zum ersten Mal jemanden, den ihr fürchterlicher Lärm gewaltig stört: einem Löwen aus Stein, welcher hinter einer Tür im Dachboden „lebt“. Er spricht mit ihr. Er lehrt sie das Zuhören und das Cellospiel. Als sie die Töne ihres Herzens spielt, wird Karla zum Star. Doch der Ruhm macht sie einsam. Es ist so laut geworden, dass sie ihre innere Stimme nicht mehr hören kann. Sie versagt. Jetzt kann nur noch einer helfen, doch der ist nicht mehr da. Oder doch?
Uta Krause veröffentlichte das Bilderbuch „Der Löwe auf dem Dachboden“ bereits 1998. 2021 ist es nun in der zweiten Auflage erschienen. Besonderes Augenmerk liegt auf den Illustrationen des Buches. Sie sind in comichaftem Stil gezeichnet. Dünne, schwarze Linien dominieren, indem sie als Konturierungen fungieren. Das Buch ist in zarten Farben koloriert und weist viele Kleinigkeiten auf, welche es zu entdecken gilt. Insbesondere Mimik sowie Gestik der teils schemenhaft gezeichneten Illustrationen sind sehr ausdrucksstark. Auch dies erinnert an Comics. Die im Präteritum erzählte auktoriale Erzählung ist sachlogisch aufgebaut und gut nachvollziehbar. Die einsträngige Handlung ist im Zwei-Welten-Modell erzählt. Beide Welten sind durch eine Tür im Dachboden getrennt. Hinter dieser magischen Tür liegt ein geheimer, wilder Garten. Dort sitzt der weise Löwe. Der Text des Buches ist verständlich geschrieben und lässt sich sehr gut vorlesen. Die phantastische Erzählung weist mehrere große Zeitsprünge auf, welche in literarischem Dialog zum Bilderbuch gefüllt werden könnten. Die gesamte Erzählung dreht sich um ein junges Mädchen, Karla, welches „über Nacht“ und völlig überraschend zum Star wird. Zuvor hat es Cello spielen von einem steinernen Löwen gelernt. Das klingt absurd, scheint jedoch für junge Rezipient*innen durchaus nachvollziehbar. Überdies kann mit Blick auf das Bilderbuch und Karlas Geschichte viel mehr besprochen und hinterfragt werden, als die bloßen Abläufe der Geschichte. Das Buch thematisiert unter anderem die Kraft und das Wunder des Zuhörens, die Stärke der eigenen, inneren Ruhe sowie das Scheitern als neue Chance. Diese Impulse können den Einsatz des Bilderbuches im schulischen Kontext wertvoll machen. Auch im außerschulischen Bereich, in Freizeiteinrichtungen oder Familien, können dies Impulse für tiefgreifende Gespräche sein. Das Werk ist damit noch immer aktuell, zeitgemäß und empfehlenswert.