Der kleine Fischer Tong

Autor*in
Chen, Jianghong
ISBN
978-3-89565-284-4
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Chen, Jianghong
Seitenanzahl
44
Verlag
Moritz
Gattung
BilderbuchSachliteratur
Ort
Frankfurt
Jahr
2014
Lesealter
4-5 Jahre6-7 Jahre8-9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
18,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Obwohl der Fischer noch längst nicht erwachsen ist, so lebt er doch allein in seiner Bambushütte, ist genügsam und furchtlos. Als er gegen besseres Wissen bei heraufkommendem Sturm aufs Meer hinaus fährt, ändert sich sein Leben, wie wir es bisher kannten. Chen Jianghong gelingt es, eine Geschichte in zwei Medien ""japanisch"" zu erzählen und sie doch zu verallgemeinern.

Beurteilungstext

Der Fischer Tong ist nicht nur klein, er ist auch noch jung und er lebt allein, allein in einer Bambushütte am Ende einer Sandstraße, fernab von der Stadt mit den vielen Hochhäusern. Tong ist zufrieden mit seinem Leben. Seine Fischfänge scheinen nicht sehr reichhaltig zu sein, aber offensichtlich reichen sie ihm zum Überleben. Nun will er wieder mit seinem kleinen Boot hinaus, doch die Wolken ""ballen sich am Horizont"", werden dunkler und ""schwarz wie Ruß"" und ""die Vögel [flüchten] ans Ufer"". Vor genau dieser Situation hat ihn sein Vater dereinst gemahnt, nicht hinaus aufs Meer zu fahren.
Warum Tong es dennoch macht, wissen wir nicht, aber er scheint einen Riesenfang zu machen, obwohl die Wellen sich auftürmen, sich überschlagen und das schmale kleine Fischerboot an den Rand des Kenterns oder Untergehens bringen. Tong hält die Angelschnur fest in seiner Hand und lässt nicht nach.
Dass er aber gar keinen Fisch am Haken hat, erfahren wir bald mit gehörigem Schrecken, denn ein Skelett ist auf sein Boot gespült worden. Tong kommt heil zurück ans Ufer, doch der Knochenmann, der sich wie ein Mensch verhält, hat sich unerkannt an das Boot geklammert und folgt dem kleinen Fischer nun zu seiner Hütte.
Nein, es entsteht keine Gruselgeschichte, sondern eine, die den noblen Charakter des kleinen Tong zeigt, der ihm letztlich zum Vorteil gereicht.

Chen Jianghongs Bilder sind, obwohl er seit langer Zeit in Paris lebt, geprägt von der traditionellen japanischen Tuschemalerei. Er zeichnet auf Reispapier, sodass die wässrige Farbe auf den Flächen verläuft, die Personen und Gegenstände jedoch deutlich durch einen dunklen, schmalen Umrandungsstrich gehalten werden. Während sich der Text (in einer graphisch auffällig schönen Schrift gesetzt) etwas zurückhält, kommen die Bilder mit Wucht und Größe daher. Um mehr Tempo zu gewinnen, werden einige Bilder fast ohne Rand aneinandergesetzt, einige Male ragen Teile eines Bilds sogar in ein Nebenbild herein. Chen setzt Farbe nur sehr sparsam ein, lediglich gegen Ende übernimmt mehrfach ein fast knalliges Rot die Stimmung. Das ist selbstverständlich gewollt, denn Rot ist nicht nur die Farbe des Feuers, sondern auch die der Liebe.

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Diese Rezension wurde verfasst von uhb.
Veröffentlich am 01.01.2010

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