Der Bruch

Autor*in
Pautsch, Oliver
ISBN
978-3-522-20044-8
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Seitenanzahl
300
Verlag
Thienemann
Gattung
Krimi
Ort
Stuttgart
Jahr
2009
Lesealter
12-13 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
13,90 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Teaser

Obwohl Johannes in geordneten Verhältnissen lebt, gehört er zu den leicht aggressiv reagierenden Problemschülern. Erst als sein leiblicher Vater aus dem Knast kommt, ändert er sich plötzlich. Knallhart fordert der Vater den Jungen und bestraft ihn umgehend - gewaltlos aber unerbittlich. Johannes lernt und wird misstrauisch, weil der Vater bestimmte Fragen abblockt. Das Misstrauen wächst, als plötzlich die Situation explodiert und außer Kontrolle zu geraten droht. Furioses Finale mit Happy End.

Beurteilungstext

Johannes lebt mit Vater, Mutter und kleiner Schwester zusammen. Die kleine Schwester liebt er innig, den Vater, der sein Stiefvater ist, verachtet er. Er will dessen Bestrebungen nach Nähe nicht, er findet, der Wolf könne nicht argumentieren. Als der ihm eine Ohrfeige haut, ist es für ihn ganz aus.
Völlig anders ist für ihn der leibliche Vater. Der kommt nach langen Jahren, in denen sich die Mutter von ihm getrennt hatte, aus dem Knast und trifft sich häufig mit dem Sohn. Dieser Klaus ist DER Obercoole. Hart reagiert er auf die kleinste ihm unpassend erscheinende Bemerkung, aggressiv, aber nicht ausfallend. Zuvor signalisiert er dem Sohn, dass Schluss mit der Diskussion ist. Der Sohn lernt schnell. Bei einem Verkauf, bei dem es um mehrere Zigtausend Euro geht, muss er mitspielen, wird teuer neu eingekleidet und soll nur den Mund halten. Anschließend gehen sie zusammen Essen, bei dem Johannes jedes Gericht probieren muss, erst dann darf er ablehnen. Er spielt mit und dem Vater kommen die Tränen ob seines Erziehungserfolges.
Dennoch stößt der Sohn bei bestimmten Fragen auf Granit. Er wird misstrauisch. Er versucht, der Sache auf den Grund zu gehen - als so etwas wie eine Bombe platzt, die die Familienmitglieder in alle Winde zerstreut. Immerhin findet Jo die Liebe seines Lebens in seiner Krankenschwester, die mit ihm gemeinsam versucht, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Zur Handlung erzähle ich nicht mehr, weil sie ungewöhnlich ist.

Der Vater ist eine rätselhafte Figur, eine beeindruckende Persönlichkeit mit dunkler Vergangenheit, die beharrlich schweigen kann. Erst spät erfährt der Sohn etwas mehr, Stück für Stück, noch erstaunter ist er (und der Leser) aber darüber, was seine Mutter ihm alles verschwiegen hat. Und Jo hat nicht nachgefragt. Das merkt er erst allmählich, als er dies und das fragt und sowohl die Gesprächspartner als auch die Leser feststellen müssen, dass Jo wirklich nur wenig von seiner Welt weiß. Er kennt nicht das nahe gelegene Wäldchen, er kennt keinerlei Essen außer Fertiggerichten, er kennt keine Filme, keine Musik, die älter als zwei Jahre sind. Aber das ändert sich schnell.

Der Autor hat in dem Vater einen äußerst beherrschten Menschen beschrieben, der wenig an sich heran lässt, das Gute will und doch nicht konsequent dabei blieb. Er spielt mit seinem Schicksal, er riskiert alles, um das Ideale zu erreichen. Und er will einen Sohn, auf den er stolz sein kann. Dabei geht er Wege, die nicht jeder nachschreiten könnte. Aber so etwas wie einen Traum stellt er nicht nur für den Sohn dar.

Der Leser wird gewaltig an der Nase herum geführt, an dieser Stelle wird der Erziehungsroman zum spannenden Krimi: “Wusste ich doch gleich!” wird geradezu zum Running Gag inclusive augenzwinkernde Überraschung. Nicht alle Fragen, die sich auftun, werden beantwortet, es bleibt eine Grauzone des Ungewissen übrig.

Ein spannendes Jugendbuch, das alle traditionellen Erwartungen über den Haufen wirft.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von cjh.
Veröffentlich am 01.01.2010

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