Das Jahr der Verschwörer

Autor*in
Schweikert, Ulrike
ISBN
978-3-570-30421-1
Übersetzer*in
Ori. Sprache
/
Illustrator*in
Knappe, Joachim (Umschlaggest.)
Seitenanzahl
352
Verlag
cbj
Gattung
Krimi
Ort
München
Jahr
2008
Lesealter
12-13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
7,95 €
Bewertung
empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Gemeinsam mit Rebecca, der Henkerstochter, und Sara, der jungen Magd im Kloster Gnadental, kommt Jos, der junge Siedersknecht, einer Verschwörung gegen die Stadt Schwäbisch Hall auf die Spur.

Beurteilungstext

Unheimliches geschieht im Jahr 1450 in der freien Reichstadt Schwäbisch Hall, in der Jos, der Siedersknecht, bei seiner Mutter und Geschwistern lebt. Zuerst wird der reiche Junker von Morstein erschlagen aufgefunden, dann ertrinkt Jos’ Freund Stefan, der Flößer, obwohl er schwimmen kann und schließlich werden noch die Haller Bettelkinder von einem Mann entführt, dessen Spur Jos verfolgt. Nicht nachzulassen in seiner Suche und “den richtigen Leuten die richtigen Fragen zu stellen”, dazu wird Jos von der jungen Magd Sara aufgefordert und von Rebecca, der Tochter des Henkers, die von allen gemieden wird und als “unehrenhaft” gilt. Die beiden jungen Frauen geben Jos jeweils wichtige Hinweise und beteiligen sich selbst unter Lebensgefahr an der Verfolgung, bis es gelingt, ein Verbrechen aufzudecken, in das die Äbstissin des Klosters mehr als verstrickt ist.

Schon Titel und Titelbild des Buches lassen eine Krimihandlung vermuten, die in vergangener Zeit spielt. Durch Epilog und Nachwort der Autorin zu “Dichtung und Wahrheit” des Romans wird klar, dass die Zeit, von der erzählt wird, nicht mit der Zeit übereinstimmt, in der die Stadt Schwäbisch Hall durch Entdeckung einer Solequelle zu Reichtum und Wohlstand gekommen ist. Das aber, was die Autorin ein “Gedankenspiel” nennt, geht natürlich in einem historischen Roman in Ordnung, zumal die Atmosphäre des beschriebenen Milieus und der Zeitumstände durchaus überzeugend wirkt. Das eigentlich Spannende an solcherart Romanen, die in einer längst vergangenen Zeit spielen und in eine fiktive Handlung gebracht werden, ist zu entdecken, wie sich in dem historisch imaginierten Geschehen aktuelle Belange spiegeln und vom Leser Parallelen zu heutiger Zeit gezogen werden können. “Das Jahr der Verschwörer” ist ein Roman, in dem es um Missbrauch, Korruption, Machtgier und Reichtum geht. Bestrebungen, in die auch die Kirche - hier die Äbtissin des Klosters - verwickelt ist. Ein Detail fügt sich zum anderen und daraus entsteht eine spannende und unterhaltsame Geschichte, die sich so hätte abspielen können., die ab und zu jedoch ihre Längen hat, vor allem in der Beschreibung von Kampfgetümmel und dem Gewirr der Straßen, Plätze und Stadttore. Der Roman aber bietet ansonsten das, was Lesevergnügen bereitet: den wagemutigen Charakter der Protagonisten, die sich nicht beirren lassen und eine ganze Stadt davor retten, dass ihr durch kriminelle Machenschaften “die Grundlage ihres Reichtums entzogen” wird. In einem Glossar finden sich Erklärungen zu altertümelnden Ausdrücken und Leser können sich zudem am Stadtplan von Schwäbisch Hall geografisch über die Stadt um 1450 orientieren.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von Wie.
Veröffentlich am 01.01.2010

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