Das Hausbuch der Gutenachtgeschichten
- Autor*in
- Kantelhardt, Arnhild
- ISBN
- 978-3-8369-5320-7
- Übersetzer*in
- –
- Ori. Sprache
- –
- Illustrator*in
- Dietl, Erhard
- Seitenanzahl
- 136
- Verlag
- Gerstenberg
- Gattung
- –
- Ort
- Hildesheim
- Jahr
- –
- Preis
- 24,95 €
- Bewertung
Teaser
Zum Einschlafen gehören Geschichten wie der Mond zur Nacht. Neunundzwanzig dieser Betthupferl hat Arnhild Kantelhardt gesammelt. Von Paul Maar bis Theodor Storm.
Beurteilungstext
Ist der Tag vorüber und die Nacht sitzt schon auf dem Fenstersims, wenn man zur Ruhe kommen muss, um ins Land der Träume zu reisen, dann hilft immer eine Gutenachtgeschichte. Sie sollte ein bisschen spannend sein, aber nicht gruselig sein (sonst kann es schlechte Träume geben), sie sollte lustig sein, aber nicht zu albern (zu ausgelassenes Gelächter macht wach), darf ein wenig zum Nachdenken anregen, aber nicht zum Grübeln (sonst wälzt man Probleme statt auf Träumen zu reisen). Und das wichtigste: Sie darf nicht zu lang sein. Zu kurz natürlich auch nicht. Etwa Bettkantenlänge sollte sie haben und stets ein gutes Ende haben. Für jede Stimmung sollte es eine passende geben. Eine für das stille Einschummern. Eine für das Ruhefinden. Eine für die Nimmermüden. Eine für die Schlaflosen. Arnhild Kantelhardt hat drum nicht nur gesammelt, sondern auch schon mal vorsortiert und so können wir je nach Notwendigkeit einfach auswählen. "Spielen und Träumen" heißt ein Kapitel. Und "Laternenlicht und Monsterjäger". "Bei Mondschein" oder - wenn nötig - "Woanders Schlafen". Wenn gar nichts hilft, dann muss es eben die Schafherde sein. "Sechshundertsiebenundachzig Schafe" hat ein Schäfer. Mit seiner Herde zieht er durch die Lande und kommt eines Tages an einen Bach. Ein schmales Brett nur soll die Brücke sein. So schmal, nur ein Schaf allen passt jeweils darüber. "Nun müssen auch wir Geduld haben, du und ich. Denn ehe nicht alle sechshundertsiebenundachzig Schafe den Bach überquert haben, geht die Geschichte nicht weiter. Du fragst mich, wie lang das dauert? Ich glaube, du kannst es dir ausrechnen! Wenn du die Augen zu machst und dir die sechshundertsiebenundachzig Schafe vorstellst, wie sie der Reihe nach über das Brett ziehen, graue und weiße und schwarze, dann wirst du ja merken, wenn alle drüben sind." Hallo? Hallo! Na, nicht einschlafen, der Text ist noch nicht zu Ende. Also. Sechshundertsiebenundachzig Schafe. Otfried Preußler (bekannt geworden durch seinen - mittlerweile Klassiker - "Räuber Hotzenplotz" und "Die kleine Hexe") steht zusammen mit Autoren wie Heinrich Hannover, Paul Maar im Inhaltsverzeichnis dieser Sammlung. Auch Theodor Storm, bekannt für seine im Norden Deutschlands angesiedelten zuweilen recht unheimlichen Novellen und Gedichte, ist hier zu lesen. "Der kleine Häwelmann", der des Nachts nicht genug bekommen kann vom Herumfahren in seinem Rollbettchen. "Mehr! Mehr!" Doch die Mutter schläft tief und fest. Da hilft sich der kleine Häwelmann selbst, baut ein Segel und bläst die Backen auf. Der Mond hilft ihm aus dem Schlafzimmer heraus auf die Straße und der kleine Häwelmann fährt in den Wald. Auch hier schlafen alle. Und so fährt er weiter. Über die Heide bis ans Ende der Welt. Hinauf in den Himmel. "Mehr! Mehr!" schreit der kleine Häwelmann. Noch immer. Doch nun hat der Mond die Nase voll. "'Pfui!' sagte der Mond und nieste dreimal. ‚Alles mit Maßen!', und damit putzte er seine Laterne aus und alle Sterne machten die Augen zu." Und wieder sind wir Leser es, die den Fortgang der Geschichte ermöglichen und den kleinen Häwelmann rettem. "Weißt du nicht mehr?"
Erhard Dietl im übrigen zeichnet für die Einschlafgeschichten kleine Bilder - und auch große für die Kapitelblätter. Leichte, feine Illustrationen mit leisem Humor und einem zärtlichen Augenzwinkern.
Ein Buch für den Nachttisch. Zum Einschlafen schön.