Das große Geschichtenbuch für Erstleser

Autor*in
Bücherbär, Edition
ISBN
978-3-401-09396-3
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Seitenanzahl
160
Verlag
Arena
Gattung
Fantastik
Ort
Würzburg
Jahr
2008
Lesealter
6-7 Jahre8-9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
5,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

In den ELFENGESCHICHTEN tanzen und singen die Waldgeister, sie können sogar “GameElf”spielen, manchmal langweilen und ängstigen sie sich auch. In den FUSSBALLGESCHICHTEN gründen Außenseiter eine Mannschaft , in der jeder mitspielen darf. Die abenteuerhungrige Caro kriminalisiert gern - sie entdeckt dabei DAS GEHEIMNIS DER GOLDENEN SCHLANGEN. Große Überraschung - KÄPTEN KLONK UND SEINE PIRATEN entdecken auf dem gekaperten Schiff eine “Wortschatzkiste” und verdienen damit eine Menge Geld.

Beurteilungstext

Das Buch vereint Texte sehr unterschiedlicher Art: eine märchenhafte - , eine phantastische- , eine Alltagsgeschichte und einen Krimi . Damit weckt es bereits spezifische Leseinteressen. Doch Kinder, die das Buch in die Hand bekommen, finden ihre Lebenswirklichkeit in allen Geschichten wieder. Alle Autoren sprechen die Kinder affektiv und emotional an, so dass sich diese in die Buchfiguren hineinfühlen können. Sie erleichtern das Lesen durch lineares, episodisches Erzählen und gliedern den Text in betitelte Kurzkapitel . Während diese Titelüberschriften Spannung aufbauen, stört mitunter das rein kognitive Hinterfragen am Kapitelende, mit dem das Leseverständnis der Kinder getestet wierden soll, aber manches versteht sich von selbst.
Es lohnt sich z.B. in den “Elfengeschichten” viel mehr der nachhaltige Blick auf die zauberhaften Waldszenerien der Illustration als das Abarbeiten solcher Fragen:
- Wa möchte Tissas Mutter von der Kreuzspinne haben ?
- Was hört Bibo, als er am Bach sitzt?
- Haben Fiffe und Grollo wirklich Fösche geärgert?
- Warum sollten Mine und Orri ihre Schuhe putzen?
Auch die “Fußballgeschichten”, in denen die Kinder auf sehr emotionale Weise zur Selbstreflexion und zur Anteilnahme am Schicksal anderer angeregt werden, kann man wirken lassen, ohne sie zu zerreden.
Anders ist das beim Krimi, der in Text, besonders aber auch im Bild (siehe S. 68, 74, 82, 106,109) sehr realistisch wie ein richtiger Mit -Rate - Krimi aufgebaut ist und die jungen Leser auch intellektuell fordert.
Die Kinder lernen in diesen Geschichten zwischen den Zeilen zu lesen, denn die Motive der Figuren erschließen sich oft aus der wörtlichen Rede:
- DIE STARKEN MÄDCHEN Cora und Doro betreten das Stadion. Eine Jungenmannschaft kommt aus der Kabine.
- “Können wir mitspielen? ... Der Trainer erklärt den beiden: “Das geht nicht. Wir sind eine Jungenmannschaft.” - - Er überlegt:” Wollt ihr nicht lieber skaten oder Pony reiten? “
- (Als die Mädchen sich trotzdem den Ball schnappen und unhaltbare Tore schießen, “gucken die Jungen sich unsicher an. Der Trainer hebt verlegen die Schultern.”)
In KÄPTEN KLONK UND SEINE PIRATEN kommt die Sprache in besonderer Weise zum “Klingen”. Die Autorin spielt mit der Sprache:
“Die FÜRCHTERLICHEN FÜNF waren fürchterlich stark, fürchterlich gefährlich und hatten heute mal wieder einen fürchterlichen Tag hinter sich: keine Fische gefangen, kein Schiff geentert, keinen Schatz gefunden...
Die Piraten beugten sich sich über die Kiste. Sie glotzten und gafften, stierten und starrten und konnten einfach nicht fassen. was sie sahen... eine Buchstabenkiste ...“
(Dem Piratenkater Pavarotti, der vorher ein Straßenkater war, hatte eine Leseratte das Lesen beigebracht.)
“Pavarotti legte schlangen - lange Wörter und die Piraten buchstabierten: Pulver - Kammer- Fässer, Kanonen - Kugel - Hagel, Seeräuber - Schatzkisten - Schlüssel, Mondschein - Mundharmonika - Konzert, Schokoladen - Taler - Wettessen...”
(Aus Wörtern, die laut Schuldidaktik nicht zum Grundwortschatz für Erstleser gehören, erschaffen sie mit Hilfe ihrer Wortschatzkiste eigene Reime und Lieder... Als ein Sturm sie in einen fremden Hafen verschlägt, verdienen sie sich dort Geld mit ihrer Piratenmusik.)
“Auf ihren Reisen erfanden sie viele neue Lieder und wurden auf der ganzen Welt berühmt. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann ankern sie noch heute in fremden Häfen und verdienen mit ihrem Wortschatz eine Menge Geld... Sie nannten sich jetzt DIE FETZIGEN FÜNF.
Viele comichafte Illustrationen erzählen die Geschichte mit und weiter. Sie eignet sich besonders zum Vorlesen, Vorsprechen und Nachspielen.
In diesem Buch zum Vorlesen und Selberlesen gelingt es den Autoren Nina Schindler, Volkmar Röhrig, Sabine Kalwitzki, Isabel Abendi und ihren Illustratoren bei / trotz Beachtung lesedidaktischer Vorgaben, die Kinder an Texten sehr unterschiedlicher Art zum kreativen Lesen anzuregen.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von Kra.
Veröffentlicht am 01.01.2010

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