Cleanland

Autor*in
Martin, Schäuble;
ISBN
978-3-7335-0708-4
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Gruber, Rupert
Seitenanzahl
206
Verlag
Fischer S.
Gattung
Erzählung/RomanTaschenbuch
Jahr
2022
Lesealter
12-13 Jahre14-15 Jahre16-17 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
9,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Teaser

„Cleanland“ beschreibt das Leben nach einer Pandemie. Sehr real und hoffnungsvoll setzt der Autor sich mit diesem äußerst aktuellen Thema auseinander.

Beurteilungstext

Die 15 jährige Schilo wohnt in Cleanland. Es ist das Land der Reinen, indem die Menschen dank moderner Technik und strenger Gesetze geschützt sind vor Krankheiten aller Art. Man darf nur eine einzige registrierte Freundin haben und wird rund um die Uhr mit Hilfe eines kleinen Computers, den die Menschen um die Handgelenke tragen, bewacht. Ihre eigene Großmutter sieht Schilo nur durch eine Glasscheibe. Schilo kennt es nicht anderes und Gesundheit hat nun mal ihren Preis. Als die Familie ihrer Freundin die Härte des Regimes erfährt und Schilo sich in Toko verliebt, einen der Cleaner, die nachts Straßen und Gebäude desinfizieren müssen, da begreift sie, wie hoch der Preis wirklich ist. Und ihr stellt sich die entscheidende Frage: Was ist wichtiger, Gesundheit oder Freiheit?

„Cleanland“ ist ein spannendes und hochaktuelles Jugendbuch über eine Gesellschaft, die sich nach der Pandemie zu einer Gesundheitsdiktatur gewandelt hat. Der Autor hat die Folgen einer Pandemie konsequent weitergedacht. Die Dystopie fühlt sich sehr real an, denn die Digitalisierung der Gesellschaft ermöglicht eine totale Überwachung der Menschen, ähnlich wie wir es bereits von unseren Smartphones kennen. Wer sich nicht an die Regeln und Gesetze hält, fliegt sofort auf. Diese Menschen erwartet zwei Alternativen. Entweder sie werden in Heimquarantäne geschickt, in einen sogenannten „Saferoom“ innerhalb der eigenen Wohnung oder kommen in ein Umerziehungslager die „Motivation Academy“. Schon der Gruß „Achte die GaR“ und die Erwiderung „Bleiben sie gesund“ stimmen einen nachdenklich.
Was in der Beschreibung recht düster klingt, liest sich dennoch ganz unterhaltsam. Schilo erlebt ihr Erwachen in dieser Welt und dem Leser ist von Beginn an klar, dass sie ausbrechen wird. So wird die eigentlich düstere Geschichte, deren Kern die Rettung ihrer Freundin Samira und deren Bruders und schließlich die Flucht aus Cleanland in die Sicklands ist, ständig von einem Hoffnungsschimmer überzogen. Die Gegenspielerin von Schilo ist ausgerechnet ihre eigene Mutter, die für das Ministerium arbeitet.
Die Figuren sind sehr gut gelungen. Schilo ist eine starke und intelligente Hauptfigur, die eine glaubhafte Entwicklung durchmacht. Die Nebenfiguren sind ebenfalls interessant und sympathisch, man fühlt und fiebert mit ihnen. Ein besonderes Highlight ist die Oma, die die Welt noch vor der Pandemie kannte und einige Tipps und Tricks auf Lager hat.
Das Ende wird etwas schnell abgehandelt, so dass der Leser mit einigen Fragen zurückbleibt.
Das Thema hat der Autor Martin Schäuble richtig spannend und äußerst gelungen umgesetzt. Durch die vielen Bezüge zu unserer heutigen Wirklichkeit fühlt sich die Dystopie sehr real an und regt zum Nachdenken an.

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Diese Rezension wurde verfasst von Ka; Landesstelle: 25 Thüringen.
Veröffentlich am 01.04.2022