Briefe ans Christkind
- Autor*in
- Langen, Annette
- ISBN
- 978-3-649-64168-1
- Übersetzer*in
- –
- Ori. Sprache
- –
- Illustrator*in
- Grobe, Anne
- Seitenanzahl
- 32
- Verlag
- Coppenrath
- Gattung
- Bilderbuch
- Ort
- Münster
- Jahr
- 2025
- Lesealter
- 4-5 Jahre6-7 Jahre
- Einsatzmöglichkeiten
- BüchereiFreizeitlektüreVorlesen
- Preis
- 16,00 €
- Bewertung
Schlagwörter
Teaser
Stell dir vor, du schreibst dem Christkind und es antwortet ... Als Elea ihren Wunschzettel auf die Fensterbank legt, rechnet sie nicht damit, dass sie Post zurückbekommt. „Ich will mal sehen, was ich für dich tun kann", schreibt das Christkind. Jetzt kann Elea es kaum noch erwarten, dass endlich Weihnachten ist. Denn ihr einziger Wunsch ist Flecki, das Pony, das ihren Nachbarn Oma und Opa Berg gehört. Doch dann bekommt Opa Berg einen Herzanfall und plötzlich sind Elea ganz andere Dinge wichtig ...
Beurteilungstext
"Briefe ans Christkind" ist ein stilles, inniges Weihnachtsbuch – und eines, das Kindern auf wunderbar einfache Weise zeigt, was Herzenswünsche wirklich bedeuten. Die kleine Elea schreibt dem Christkind einen Brief. Sie wünscht sich ein Pony – aber kein neues, glänzendes, sondern das alte Pony von Oma und Opa Berg, die unter ihr im Haus wohnen. Für Elea gehört das Pony längst zur Familie. Es ist kein Wunsch nach Besitz, sondern nach Nähe, nach etwas Vertrautem, das sie liebt.
Die Geschichte entfaltet sich in zarten, klaren Worten – und in einer Form, die Kinder sofort in ihren Bann zieht. Zwischen den Seiten liegen echte kleine Briefe, die man aufklappen und lesen kann. Eleas Wunschzettel, ihre Antwort vom Christkind, ihre neuen Gedanken: alles steckt in aufklappbaren Briefen. Dieses Element ist mehr als nur ein Gimmick – es macht das Buch lebendig und spürbar. Kinder dürfen Briefe öffnen, entdecken, lesen, falten. Dieses haptische Element macht das Buch zu einem echten Erlebnis: Kinder dürfen selbst Umschläge öffnen, die Handschrift entdecken und werden so Teil des Dialogs. Gerade in einer Zeit, in der Kommunikation meist digital geschieht, entsteht hier ein Gefühl von Nähe, Geborgenheit und Spannung, das die Magie des Briefeschreibens lebendig macht.
Doch dann wird Opa Berg, der gar nicht Eleas richtiger Opa ist, sondern ein älterer Nachbar und Freund, plötzlich krank und muss ins Krankenhaus. Elea vermisst ihn sehr. Da schreibt sie wieder ans Christkind – und diesmal steht dort kein Wunsch nach Flecki, dem Pony mehr, sondern nur noch der Wunsch, dass Opa Berg wieder gesund wird. Ein stiller, kindlich klarer Moment, der tief berührt.
Anne Grobe malt diese Geschichte mit weichen, warmen Farben und großem Gespür für Licht. Ihre großformatigen, farbintensiven Seiten tragen den Text – oft ganz ohne Worte – und lassen Raum für Stille und Gefühl. Jede Seite ist warm, hell, geborgen und in Ihren Illustrationen schwingt die Weihnachtsstimmung greifbar mit. Ihr Illustrationsstil hat eine leise, nostalgische Anmutung, die an die Bilderbücher der 1970er-Jahre erinnert – mit ihren erdigen, leicht gedämpften Farbtönen, den weichen Übergängen und einer natürlichen, handgezeichneten Wärme, die man heute selten findet. Sie schafft so genau jenes Gefühl von Geborgenheit, das zur Geschichte passt – unaufgeregt, ehrlich, menschlich.
„Briefe ans Christkind“ ist ein poetisches Bilderbuch über Freundschaft, Verbundenheit und die Kraft des Wünschens. Es lädt dazu ein, Briefe zu schreiben, zu fühlen und zu hoffen – und erinnert daran, dass die schönsten Geschenke jene sind, die man nicht einpacken kann.