Barbapapa

Autor*in
ISBN
Übersetzer*in
Scheffel, Tobias
Ori. Sprache
Französisch
Illustrator*in
Tison, AnnetteTaylor, Talus
Seitenanzahl
32
Verlag
Atlantis bei Orell Füssli
Gattung
BilderbuchSachliteratur
Ort
Zürich
Jahr
2007
Lesealter
4-5 Jahre6-7 Jahre8-9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
9,50 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Wie Barbapapa auf die Welt kam und dort eine Heimat fand

Beurteilungstext

Seit den siebziger Jahren erinnern Kindern sich vor allem aus dem Fernsehen an die unsterblichen Geschichten mit den birnenförmigen Barbapapa, Barbamama, Barbaletta, Barbabella ..... Vor allem Barbapapa in seinem zarten Rosa war bei uns der Beliebteste, und immer fragten wir uns, warum Barbamama denn schwarz sei.
Diese Frage löst auch das schöne Bilderbuch nicht, aber es werden doch ein paar Hintergründe klar, die sich in der Fernsehserie nicht so deutlich hervorgetan haben. Was in den Zeichentrickfilmen sehr schön genutzt wurde, ist die völlig Beweglichkeit und Wandelbarkeit der Figuren. keiner festen Form unterworfen, verformen sie sich je nach Bedarf zum Dromedar, zur rettenden Treppe oder zum Boot. Dabei wird in diesem ersten Band vor allem eines deutlich: Barbapapa ist ein ganz liebes Wesen und es verdient die liebe und den Respekt aller, auch wenn er so merkwürdig aussieht - das Thema der Toleranz und Akzeptanz war in den Bilderbüchern der späten 60er Jahre noch längst nicht so ausgeprägt wie heute.
Anschaulich schildern die einzelnen Ereignisse und Episoden, wie Barbapapa auf seine schüchterne liebenswerte Art versucht, sich irgendwo irgendwem anzuschließen, aber immer nur auf Ablehnung stößt, weil man ihn zu groß oder zu dick oder zu wenig elegant findet. Was man nicht mag und was einem vielleicht auch ein wenig Angst einflößt, hat man immer schon gern eingesperrt - und das geschieht auch mit Barbapapa. Er landet im Zoo im Käfig (wie im Gefängnis), aber auch da kann er nicht bleiben, und man setzt ihn einfach vor die Tür. Nirgendwo ist Platz für ihn. "Barbapapa ist sehr traurig und sehr allein und weint."
Aber da passiert etwas: Es brennt und Barbapapa rettet die Hausbewohner. Dann bricht auch noch ein wilder Leopard aus, den er fängt, und Barbapapa ist auf einmal berühmt. Nun stört es keinen mehr, dass er dick und groß und wenig elegant ist. Er ist ein Held. Und hat vorher noch die Mutter des Jungen François, in dessen Garten Barbapapa zur Welt kam, mit dem halbfertig gestrickten Socken in der Hand heftig verlangt, dass man ihn entfernt, so steht sie nun, da der Socken fast fertig gestrickt ist, voller Freude und lässt zu, dass man sogar im Garten ein eigenes Haus für Barbapapa baut.
Eine sehr schöne Geschichte, die nachdenklich stimmen sollte: Wie gehen wir mit Menschen um, die anders sind als wir, äußerlich und innerlich? Wann und unter welchen Bedingungen akzeptieren wir sie? Erst als sich die Familie und die anderen Menschen den Barbapapa so nehmen, wie er ist, und ihn mit all seinen Eigenheiten gelten lassen, legen sie die Grundlage für das friedliche Zusammenleben.

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Diese Rezension wurde verfasst von avn.
Veröffentlich am 01.01.2010