Auftauchen. Für Rettung ist es nie zu spät.
- Autor*in
- Baron, Adam
- ISBN
- 978-3-446-26948-4
- Übersetzer*in
- Mihr, Ute
- Ori. Sprache
- Englisch
- Illustrator*in
- –
- Seitenanzahl
- 352
- Verlag
- Hanser
- Gattung
- Buch (gebunden)Erzählung/Roman
- Ort
- München
- Jahr
- 2021
- Lesealter
- 10-11 Jahre12-13 Jahre
- Einsatzmöglichkeiten
- –
- Preis
- 16,00 €
- Bewertung
Teaser
Als jemand einen hinterhältigen Anschlag auf die allseits beliebte Lehrerin Mrs. Martin verübt, gerät Cymbeline unter Verdacht. Ihm bleibt nichts übrig, als der Sache auf den Grund zu gehen. Und dann gibt es da noch das Problem mit Veroniques Großmutter, die plötzlich das Essen verweigert.
Beurteilungstext
Der Roman beginnt mit einer Vorstellung Veroniques, Cymbelines überdurchschnittlich intelligenter Freundin. Der Ich-Erzähler Cymbeline wirkt dagegen ein wenig begriffsstutzig und neigt auch dazu, gerne in ein Fettnäpfchen zu treten. Beide besuchen die vierte Klasse einer Grundschule in London und wohnen auch in der Nachbarschaft. Das erste Kapitel dient als Appetithäppchen auf die weitere Handlung, die zweieinhalb Wochen vorher einsetzt und rückblickend erzählt wird.
Letztlich gibt es zwei Handlungsstränge, die verfolgt werden. Zum einen versuchen Cymbeline und seine Freunde aufzuklären, wer für die boshaften Attacken gegen die bei allen beliebte Lehrerin Mrs. Martin verantwortlich ist. Zum anderen möchte Cymbeline Veroniques Familie helfen, weil deren Großmutter plötzlich die Nahrungsaufnahme verweigert. Dabei spielt ihre Vergangenheit als vietnamesischer Bootsflüchtling eine große Rolle.
Adam Baron hat einen sehr kurzweiligen und flott zu lesenden Roman vorgelegt, der gleichermaßen Komik als auch ernsthafte Themen miteinander verbindet, ohne in irgendeiner Form pädagogisch-belehrend daherzukommen. Mehr durch glückliche Zufälle als durch knallharte Recherche gelingt es dem „Helden“, die Probleme zu lösen. Dabei ist „Auftauchen“ der Titel des Romans, in mehrfacher Hinsicht metaphorisch zu verstehen: So taucht die Absicht eines örtliches Bauunternehmers auf, mithilfe eines Komplotts die Grundschule der Kinder unbenutzbar zu machen, um sich dann am Neubau zu bereichern. In dem Zusammenhang zeigt sich, dass der Schulleiter für die Attacken gegen Mrs. Martin verantwortlich ist, damit die engagierte Lehrerin den Machenschaften nicht auf die Spur kommt. Und letztlich taucht auch die seit der Flucht aus Vietnam totgelaubte Schwester von Veroniques Oma wieder auf. Ohne hier den Zeigefinger zu erheben, lassen sich Parallelen zwischen den Boat People der 1970er Jahren und den Flüchtlingsströmen der Gegenwart über das Mittelmeer finden und man kommt ins Nachdenken, wie viele Menschen ähnliche Schicksale wie die Großmutter haben.
Besonders gut gelungen ist auch, dass punktuell mit dem Layout gespielt wird, indem zwischen Schriftgrößen oder -typen gewechselt wird oder auf manchen Seiten zur Steigerung der Spannung nur einzelne Sätze stehen. Abgerundet wird die graphische Gestaltung durch einige, sparsam eingesetzte Zeichnungen.
Letztlich ist festzuhalten, dass der gute Cymbeline nicht immer der zuverlässigste Erzähler ist. Er neigt hier und da zu Übertreibungen und als sein Fußballidol just in dem Moment, als er nicht mehr weiter weiß, als Deus ex Machina mit einem Hubschrauber landet, der dann das Transportproblem löst…Egal, es tut diesem witzigen und zugleich auch ernsten Roman keinen Abbruch.