Auf in die Berge! Was Menschen in die Höhe treibt

Autor*in
Seifert, Katja
ISBN
978-3-314-10676-7
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Deutsch
Illustrator*in
Seifert, Katja
Seitenanzahl
64
Verlag
Nord-Süd
Gattung
BilderbuchBuch (gebunden)Sachliteratur
Ort
Zürich
Jahr
2025
Lesealter
6-7 Jahre8-9 Jahre10-11 Jahre12-13 Jahre14-15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
BüchereiFreizeitlektüreVorlesen
Preis
25,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Wussten Sie, dass bereits 1883 mit Henriette d'Angeville eine Frau auf den Mont Blanc stieg und einen Topf Hühnerbrühe, 1,5 kg Schokolade, 24 Brathähnchen, zwei Lammkeulen, genagelte Lederschuhe, Kölnisch Wasser, einen Pelzumhang für die Nacht und allerlei weitere Dinge mit auf den Berg nahm?

Beurteilungstext

Henriette d'Angeville war damals mit mehreren Bergführern und Trägern den beschwerlichen und gefährlichen Weg zum Gipfel des Mont Blanc aufgestiegen. Darum musste eine große Menge an Proviant mit auf den Berg. Katja Seifert stellt diese historische Packliste der modernen Ausrüstung von Expeditionen im 21. Jahrhundert gegenüber. Nachvollziehbar beschreibt sie den Pioniergeist der Wagemutigen bei ihren Touren. In Kurzportraits erzählt die Autorin von Bergsteiger*innen und spannt hier den Bogen von der Zeit vor über 300 Jahren bis zur heutigen Situation des Bergsteigens mit all seinen Bedingungen.

Die Autorin legt in ihrem absolut lesenswerten Buch einen besonderen Fokus auf die Rolle von Frauen im Alpinismus. Ursprünglich waren es nur Männergruppen, die eine Klettertour unternahmen. Frauen hatten seinerzeit kein Netzwerk, das sie unterstützte, und sie hatten auch weniger Zugang zu finanziellen Mitteln, was derartige strapaziöse Unternehmungen erschwerte. Im Zeitalter der Aufklärung gelang einzelnen mutigen Frauen der Weg zum Gipfel. Auch sie wollten forschen, waren abenteuerlustig, wollten sich und anderen beweisen, was sie zu leisten imstande sind.

Seifert schildert historische, traurige und aktuelle Aspekte, die für die Zeitgenossen*innen bei ihren Touren zum Tragen kamen, und mitunter auch einen Gipfelaufstieg misslingen ließen. Diese Risiken sind nicht erst seit Laura Dahlmeiers Tod im kollektiven Bewusstsein.
Ein historischer Überblick über berühmte Expeditionen zwischen Anden und Himalaya führt vom „Mythos Berg“ als „geheimnisvoller Ort des Unbekannten“, in den zu gehen sich ursprünglich nur Hirten und Kristallsucher wagten, bis zu den spektakulären Besteigungen von Reinhold Messner, Wanda Rutkiewicz, Gerlinde Kaltenbrunner, sowie im Jahr 2023 Kristin Harila.

Seifert benennt auch die Kehrseite des modernen Alpinismus: Müll jeglicher Art, Staus vor den Gipfeln, Reiche, die sich mit dem Helikopter hinauffliegen lassen, und so den Gedanken des Bergsteigens ad absurdum führen.

Informative Zeichnungen, Karten und szenische Skizzen von Ereignissen am Berg machen es interessierten Schulkindern ab sieben Jahren leicht, die Schilderungen nachzuvollziehen. Die Gouache- und Buntstiftzeichnungen sowie gedeckten Pastellfarben versetzen sie in eine meist schneebedeckte, felsige und unwirtliche Landschaft. Mit ihrem Zeichenstil schafft die Illustratorin eine dichte und atmosphärische Stimmung, die die faszinierende Einsamkeit im hohen Gebirge spürbar werden lässt.

Das Buch bietet in zehn Kapiteln sachlich fundiertes Wissen, bebilderte Definitionen, Infokästen, ganz- und doppelseitige Illustrationen auch für schulische Referate. Die Vorsatzpapiere hat die Illustratorin mit Weltkarten mit "einigen der höchsten Berge der Kontinente" ... und den "14 Achttausender[n]" gestaltet. Die Kapitel sind in Abschnitte unterteilt und ermöglichen, auch nur einzelne Textbausteine zu lesen. Der verwendete Blocksatz schafft visuelle Ruhe beim Lesen. Im Glossar werden die Begriffe, die nicht bereits im Text erklärt wurden, erläutert.

Katja Seifert erhielt in der Vergangenheit den österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis. "Auf in die Berge!" wurde auf die Shortlist 'Wissenschaftsbuch des Jahres 2026' gesetzt.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von ksw; Landesstelle: Niedersachsen.
Veröffentlicht am 25.11.2025

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