Allow a Sunflower to Bloom

Autor*in
Schnellbach, Mara
ISBN
978-3-96976-073-4
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Deutsch
Illustrator*in
Seitenanzahl
416
Verlag
Moon Notes
Gattung
Erzählung/RomanTaschenbuch
Ort
Hamburg
Jahr
2025
Lesealter
16-17 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
FreizeitlektüreBücherei
Preis
17,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Überall lauern Geheimnisse. Was ist wahr, was gelogen? Wem kann man trauen? Und selbst eine liebevolle Pflegefamilie kann nicht die innere Sehnsucht nach der Herkunftsfamilie auslöschen.

Beurteilungstext

Psychische Erkrankungen haben viele Ursachen. Sie können schleichend daherkommen oder mit großer Wucht. Immer bedeuten sie für den Betroffenen eine große Einschränkung in einem „normalen“ Leben. Bleibt der/die Betroffene allein mit den Problemen, kann es leicht zum Äußersten kommen. Deshalb ist dem Buch vorangestellt der Warnhinweis, dass es triggernd wirken kann und zum Ende des Buches gibt es Hilfeadressen genannt.

Zwei Geschwisterpaare, Emmee und Madita sowie Casimir und Xavier leben ganz frisch zusammen mit Frieda in einer WG im Haus einer älteren Dame in Wien. In langsamer Erzählweise lässt die Autorin Emmee und Casimir in Ich-Form erzählen, wie sie zu dem Menschen wurden, der sie jetzt sind; lässt die Erzählenden zurückblicken auf ihre Geschichte, ihre Verantwortung für die Schwester bzw. den Bruder sowie ihre Versuche, ein Selbstbestimmtes und besseres Leben als das bisherige aufzubauen. Außerdem fühlen die beiden sich zueinander hingezogen. Aufgrund ihrer Lebensgeschichte sind sie aber verunsichert und haben Angst, wieder enttäuscht und verletzt zu werden.

Jedem Kapitel vorangestellt ist die Vignette einer Sonnenblume, die eine besondere Bedeutung für Emmee hat, wie im Laufe der Handlung deutlich wird. Viele Kapitel beginnen mit der Nennung eines Künstlers und eines bestimmten Werkes. Darauf aufbauend lässt die Autorin ihre Protagonisten erzählen.

Schnellbach, selbst als Pflegekind aufgewachsen, hat in diesem Roman einen Teil ihrer eigenen Geschichte einfließen lassen. Anschaulich, nachvollziehbar und in emotionaler Erzählweise lässt sie den/die Leser*in teilhaben an der Schwierigkeit der Kommunikation innerhalb von Familien, der sich entwickelnden Gemeinschaft in der WG sowie der sich anbahnenden Liebesbeziehung zwischen Casimir und Emmee. Manchmal scheint der Text regelrecht zu erschlagen - was da alles passiert, welche Gefühle, Empfindungen etc. zur Sprache kommen - letztendlich aber in Summe genau das, was viele in der eigenen Familie erleben (können). Somit kann dieses Buch auch Mut machen, seinen eigenen Weg zu gehen, seine Befindlichkeit zu benennen und Ehrlichkeit im Umgang einzufordern.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von JuS; Landesstelle: Niedersachsen.
Veröffentlicht am 02.12.2025

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