All this time, Lieben heißt unendlich sein

Autor*in
Daughtry, MikkiLippincott, Rachael
ISBN
978-3-423-76330-1
Übersetzer*in
Frey, Nina
Ori. Sprache
Amerikanisch
Illustrator*in
Seitenanzahl
367
Verlag
dtv
Gattung
Buch (gebunden)Erzählung/Roman
Ort
München
Jahr
2021
Lesealter
14-15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
18,95 €
Bewertung
nicht empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Kyle und Kimberley sind schon in der Schule ein Traumpaar mit gemeinsamen Zukunftsplänen. Doch nach einem Schulfest macht Kim unerwartet Schluss mit Kyle. Sie erleiden einen Unfall, der für Kim tödlich endet und Kyle für viele Wochen ins Krankenhaus und in ein tiefes Koma zwingt. Zwischen Wachen und Halluzinieren verliebt sich Kyle in Marley. Auch sie hat ein traumatisches Erlebnis hinter sich.

Beurteilungstext

Laut Umschlagstext verspricht der Roman eine „ergreifende Liebesgeschichte“. Doch genauer besehen, sind hier mehrere Liebesgeschichten ineinander verwoben, die beim Lesen nur schwer auseinander zu halten sind. Das Problem ist, dass Kyle, die Hauptfigur, seine Geschichte selbst erzählt. Er und Kim galten schon in der Schule als Traumpaar: Er, der künftige Football-Star, und Kim, die umschwärmte Cheerleaderin. Dann gibt es noch Sam, der heimlich ebenfalls in Kim verliebt ist, aber als guter Freund der beiden sich ihr nicht offenbart. Als Kim nach einem Schulfest völlig unerwartet mit Kyle Schluss macht, erleiden die beiden auf dem Heimweg einen schweren Unfall. Kim ist tot und Kyle liegt für viele Wochen im Koma. Kyle erzählt nun seine Liebesgeschichte, wie er sie erinnert. Dabei weiß er selbst nicht genau, was Wirklichkeit ist und was Halluzination: Er trifft Sam am Grab von Kim, wo beide Blumen niederlegen. An einem benachbarten Grab legt das Mädchen Marley Blumen für ihre Zwillingsschwester nieder, die ebenfalls bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Kyle verliebt sich in sie, und die beiden teilen allmählich schöne Erlebnisse miteinander. Plötzlich ist Kim wieder am Leben und kümmert sich zusammen mit Sam um den invaliden Freund. Sie glauben ihm die Geschichte mit Marley nicht, aber er recherchiert so lange im Internet, bis er die Unfall-Geschichte mit ihrer Zwillingsschwester Laura findet. Dieser Unfall hat sich aber über 3000 Kilometer entfernt ereignet. Wie kommen Marley und ihre Mutter in das Krankenhaus, in dem Kyle liegt? Wieso lebt Kim an deren Grab er stand? Was wurde aus dem gut bezahlten Job als Sportreporter, den ihm die „Times“ angeboten hatte? Kyle klärt diese Merkwürdigkeiten nicht auf, wie sollen es dann die Lesenden nachvollziehen können? Man ist schließlich froh, wenn sich die „richtigen“ Paare am reichlich kitschigen Ende des Romans endlich gefunden haben. Kyle schafft es nicht, den beteiligten Personen ein richtiges Profil zu geben. So entstehen beim Lesen keine Bilder im Kopf und man kann weder Sympathie noch Antipathie entwickeln. Doch leider ist nicht nur die Geschichte selbst voller Brüche. Haben sich hier die beiden Autorinnen nicht gut abgesprochen? Viel schlimmer ist aber die Sprache, die man hier vorgesetzt bekommt. Sie ist auf einen minimalen Wortschatz beschränkt und bleibt deshalb sehr farblos. Viele Sätze stimmen grammatikalisch nicht: „…sammle mich und spreche dann aus, was ich endlich in Worte fassen konnte.“ Oder: „Der winzige Hund jagt einen Tennisball, der ihr nicht mal ins Maul passen würde.“ Oder: „…und so versuche ich, mich die Zeit bis Freitag möglichst gut abzulenken.“ Auch die verwendeten Sprachbilder sind häufig ziemlich „schief“: „Endlich sehe ich unter den Parkplatzlaternen ihren blonden Schopf durch die Autos schlendern.“ Oder: „Das Grün in ihren Augen lässt das Braun wie Feuerwerk glühen.“ Oder: „…sie packt ihr Zimmer zusammen…“. Dazu kommen noch etliche Druckfehler. Man fragt sich, ob die Übersetzung von einem nicht ausgereiften Computer vorgenommen wurde oder ob eine überforderte Übersetzerin am Werk war. Wollten sich die Autorinnen einer „Jugendsprache“ annähern, die sie nicht beherrschten? Oder hat hier ganz einfach der Lektor geschlampt? Man mag es nicht glauben, dass ein Verlag wie dtv derartige Fehlleistungen durchgehen lässt. Junge Leute, die gerne romantische Liebesgeschichten lesen, mögen Freude an diesem Buch haben. Zur Verbesserung ihrer Sprachkompetenz wird es aber keinesfalls beitragen.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von gem; Landesstelle: Baden-Württemberg.
Veröffentlicht am 26.01.2022

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