Alice im Mongolenland

Autor*in
, Kuckero
ISBN
978-3-522-18156-3
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Bohn, Maja
Seitenanzahl
224
Verlag
Thienemann
Gattung
Ort
Stuttgart
Jahr
Lesealter
10-11 Jahre12-13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
12,90 €
Bewertung
empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Zoe und Alice sind grundverschieden und das obwohl sie doch eigentlich Zwillingsschwestern sind. Die eine ist hochbegabt - die andere hat das Down-Syndrom. Beide verbindet eine tiefe Zuneigung zueinander, die jedoch manches Mal auf die Probe gestellt wird. Seit Zoe einmal behauptet hat, Alice sei aus der Mongolei adoptiert, will diese unbedingt dahin. Ein Gewinn macht diese Reise möglich und für die ganze Familie beginnt ein abenteuerlicher Urlaub.

Beurteilungstext

Prinzessin zu spielen hat man mit elf Jahren meist schon abgehakt. Für Zoe ist das auch der Fall, nicht so jedoch für Alice. Sie liebt es, ihre Schwester in der Zofenrolle herumzukommandieren. Oh ja, das Leben mit einer Schwester, die das Down-Syndrom hat, ist nicht immer leicht und doch hat Zoe sie gern - so sehr, dass sie diese auch vor den gemeinen Kommentaren ihrer Mitschüler schützen möchte. Den Kommentar, dass Alice aus der Mongolei adoptiert sei, bereut sie dabei jedoch sehr schnell, denn ihre Schwester hat es sich von dem Zeitpunkt an in den Kopf gesetzt, dieses Land zu besuchen. Als dieser Traum dann durch einen unverhofften Gewinn in Erfüllung geht, beginnt für die ganze Familie ein Abenteuer. Bei einer Wanderung durch das mongolische Bergland, verläuft sich Alice. Jedoch ist es nicht ihre Familie, die sie als erstes wiederfindet, sondern ein Steppenjunge. Dieser nimmt sie in seine Familie auf, in der Alice für eine Stammeskönigin gehalten wird. Schließlich findet Alices Familie die verloren gegangene Tochter wieder und verbringt noch ein paar unvergessliche Tage bei dieser mongolischen Sippe. Dabei sind nicht nur die Sitten und Gebräuche dieser Menschen neu für die Reisenden aus Deutschland. Auch die Gefühle, die in Zoe aufwachen, wenn sie mit dem Jungen Bayaraa zusammen ist, sind ungewohnt, wenn auch nicht unangenehm.
Mit dem vorliegenden Buch ist Ulrike Kuckero ein Buch gelungen, das auf eine sehr anschauliche Weise darstellt, wie sich das Leben eines Kindes mit Down-Syndrom gestalten kann. Es wird offensichtlich, dass hierbei immer wieder Spannungen in der Familie oder im sozialen Umfeld auftreten können, dass diese Menschen aber auch mit ihrer besonderen Art ihrer Umwelt wieder viel zurückgeben können. Dies ist jedoch nur ein Aspekt, des durchaus vielschichtigen Buches. Denn auch die erste aufkeimende Liebe und das Leben in der weit entfernten Mongolei werden einfühlsam in den Blick genommen.

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Diese Rezension wurde verfasst von rr.
Veröffentlich am 01.01.2010