100 Köpfe der Demokratie. Starke Stimmen für das Leben in Freiheit

Autor*in
Ruhkopf, Jan
ISBN
978-3-446-28124-0
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Deutsch
Illustrator*in
Schwartz, Simon
Seitenanzahl
224
Verlag
Hanser
Gattung
Buch (gebunden)
Ort
München/Wien
Jahr
2025
Lesealter
14-15 Jahre16-17 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
BüchereiFachliteratur
Preis
24,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Dieses Buch stellt auf je einer Doppelseite 100 deutsche Frauen und Männer vor, die sich in den vergangenen 200 Jahren für Freiheit und Demokratie in Deutschland eingesetzt haben, oft unter Einsatz ihres Lebens.

Beurteilungstext

Menschenwürde, Gleichheit vor dem Gesetz und Gleichberechtigung von Mann und Frau, Meinungsfreiheit, Glaubensfreiheit, Herrschaft auf Zeit, Kontrolle der Regierungen sind Werte, die gemeinhin mit dem Begriff „Demokratie“ umschrieben werden. Ideen, die für unsere „westliche Kultur“ zuerst in England, Amerika und Frankreich formuliert und auch realisiert worden sind. Nicht umsonst stehen diese Werte und andere in den ersten 19 Artikeln unseres Grundgesetzes allen anderen Regeln für das staatliche und gesellschaftliche Zusammenleben voran. Dass auch deutsche Politikerinnen und Philosophen in der Geschichte immer wieder diese Werte gedacht, formuliert und gefordert haben, gegen Monarchen, gegen den Adel, gegen Unterdrücker und Diktatoren, sollte uns Ansporn sein, sie zu pflegen und zu verteidigen.

In diesem von der „Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss- Haus“ herausgegebenen Buch versammelt Jan Ruhkopf 100 Portraits von Politikerinnen und Politikern, die vom Vormärz an und seit der Revolution von 1848/49, auch auf den Barrikaden und unter Einsatz ihres Lebens, für die Demokratie gekämpft haben. Der Herausgeber geht chronologisch vor, allerdings in umgekehrter Folge: Zu Beginn steht die weithin unbekannt May Ayim, die gegen den alltäglichen Rassismus gekämpft hat und bereits 1996 gestorben ist. Über bekannte Personen der Zeitgeschichte, wie Rudi Dutschke und Petra Kelly, über Menschen des Widerstandes gegen die SED- und Nazi-Diktatur oder gegen das autoritäre Kaiserreich geht er zurück bis zur französischen Revolution und zu der deutschen Revolution 1848/49. Frauen und Männer, Katholiken und Protestanten, Sozialisten (Rosa Luxemburg), Sozialdemokraten (Willy Brandt) Christdemokraten (Helmut Kohl) und Freie Demokraten (Theodor Heuss) sind versammelt. Dichter wie Georg Büchner oder Heinrich Böll, Journalistinnen wie Marion Gräfin Dönhoff werden vorgestellt. Für jede der Personen ist eine Doppelseite reserviert. Auf der linken Seite steht eine Kurzbiographie, natürlich mit Betonung auf dem politischen Werdegang. Auf der rechten Seite bringt der Graphiker Simon Schwartz mit einem gezeichneten Portrait und oft mit einer wichtigen Aussage in einer Sprechblase und Abbildungen ihrer Werke diese Vorkämpferinnen und Vorkämpfer dem Leser auch optisch näher.

Die Texte sind ausgewogen und werden den Vorgestellten gerecht. Natürlich genügt eine Druckseite nicht, um die Dargestellten gebührend zu würdigen. Und damit taucht die entscheidende Frage auf: Wem nützt dieses lexikonähnliche Buch? Nun, zunächst einmal wird den Freiheitskämpferinnen und Freiheitskämpfern ein wichtiges Denkmal gesetzt, denn sie alle sollten nicht vergessen werden. Dann kann es interessierten Jugendlichen, aber auch Erwachsenen erste Informationen vermitteln und damit zum Weiterlesen anregen, quasi die Funktion eines „Grußes aus der Küche“ erfüllen. Das Buch ist zudem als Geschenk für historisch und politisch interessierte Jugendliche geeignet. Und es sollte auch in keiner Schulbibliothek fehlen. Zu Anfang des Buches führt eine Einleitung in das Thema ein. Am Schluss werden auf vier Seiten in einer bunten Übersicht die 100 Personen in ihre zeitlichen Zusammenhänge eingeordnet. Ein Glossar erklärt die wichtigsten politischen Begriffe, ein weiteres Verzeichnis belegt die Zitate und Abbildungen, eine Danksagung und die Vorstellung der Mitwirkenden schließen das Werk ab.

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Diese Rezension wurde verfasst von rem; Landesstelle: Baden-Württemberg.
Veröffentlicht am 03.01.2026