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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Schössow, Peter,     
Titel:
Baby Dronte
ISBN:
978-3-446-20980-0  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
48
Verlag:
Carl Hanser Verlag, München
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
16,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Käpt’n Horatio Lüttich und seinen Jungs läuft der alte Schlepper KRAUTSAND auf Grund. Die Reparatur ist für sie unbezahlbar. Lüttich findet jedoch ein Ei, aus dem ein wertvoller und gesuchter Vogel – eine Dronte – schlüpft. Sie tauschen ihren Fund gegen den Finderlohn ein und lassen den Schlepper reparieren. Doch Baby Dronte fehlt ihnen. So entführen die Jungs den Vogel aus dem Vogelpark und fahren mit ihrem Schlepper in Richtung Mauritius, um Baby Dronte zurück zu seiner Mama zu bringen.
[Jt 25 Thüringen]
       
Lesealter:
4 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Freundschaft / Reisen / Seefahrt
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Harte Schale, weicher Kern – diese Redewendung charakterisiert nicht nur die Protagonisten von Peter Schössows Bilderbuch „Baby Dronte“, sondern kennzeichnet auch den nicht ganz leichten Zugang zu dem ungewöhnlichen, aber lohnenswerten Werk. Gleich zu Beginn des Buches werden die Leser*innen mit dem Problem der Protagonisten konfrontiert, dass diese nicht die „Neunundvierzigtausendachthundertdreißig Mark und vierundsechzig Pfennige!“ (S. 9) haben, um ihren kaputten Schlepper reparieren zu lassen. Um so nachvollziehbarer erscheint zunächst die Entscheidung, Baby Dronte gegen den Finderlohn einzutauschen. Das moralische Dilemma wird jedoch schon im Erzähltext angedeutet, denn die Jungs von Käpt’n Lüttich sind nicht mit dessen Entscheidung einverstanden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Stimmung der Mannschaft verschlechtert, was sich anschaulich in Mimik und Gestik der Figuren zeigt. Deshalb erscheint auch der unkonventionelle Weg legitim, Baby Dronte aus dem Vogelpark zu entführen, um sich dann mit ihm in Richtung Heimat Mauritius auf den Weg zu machen: „wat mutt, dat mutt“ (S. 41).
Diese Geschichte wird in einer engen Folge ausdrucksstarker und zum Teil großformatiger Bilder erzählt, die die Charaktere, ihre Lebenswelt und ihre Probleme lebendig werden lässt. In gedeckten, aquarellartigen Farben aus einer Palette von Grün-, Blau- und Brauntönen hat Schössow eine stimmungsvolle Hafen- und Seemannswelt geschaffen, die die Leser*innen in die Gefühlswelten zwischen Hoffnungslosigkeit und Zuversicht eintauchen lässt. Vor atmosphärischen Hintergründen treten die Protagonisten deutlich hervor und werden über Mimik und Gestik scharf und bisweilen humoristisch charakterisiert.
Diesen Bildern, die in ihrer Prägnanz auch schon Vorschulkindern zugänglich sind, steht ein kurzer, aber sprachlich äußerst dicht geschriebener Text gegenüber. In diesem wird die Handlungsfolge nur knapp skizziert, kaum charakterisierend auf die Figuren eingegangen, dafür aber die sprachliche Heimat der Seemänner zum Leben erweckt. In Redewendungen und norddeutscher Mundart entsteht zur Erzählebene der Bilder eine anspruchsvolle sprachliche Erzählebene, die den Adressatenkreis des Buches auf Grundschulkinder bis hin zu Erwachsenen spannungs- und humorvoll ausweitet. Auf diese Weise wird Schössows Bilderbuch zu einer Familienlektüre, in der jeder einen individuellen Zugang zu der Geschichte entwickeln kann.
Rezensentin: Mo
[Jt 25 Thüringen]
  
       

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