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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Springer, Nancy,     
Titel:
Der Fall des rätselhaften Reifrocks
ISBN:
978-3-95728-264-4  
Übersetzer:
Mannchen, Nadine
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
176
Verlag:
Knesebeck, München
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Ein Enola-Holmes-Krimi
Jahr:
2020
Preis:
15,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Enolas Fähigkeiten als Detektivin werden wieder gebraucht als plötzlich ihre alte, fast taube Vermieterin entführt wird. Während ihrer Ermittlungen stößt sie auf rätselhafte Nachrichten und eine Verschwörung, die zu der bekannten Florence Nightingale führt.
[RS 25 Thüringen]
       
Lesealter:
12 - 17 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / Kriminalität / Gender / Geschlecht / Emanzipation
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Nach ihren letzten sehr aufregenden Abenteuern, wollte sich Enola eigentlich erst einmal ein wenig bedeckt halten, um nicht von ihren Brüdern entdeckt zu werden. Sie hat ein Zimmer bei Mrs Tupper im Londoner East End gemietet. Trotz Taubheit und altersbedingter Gebrechlichkeit, sind Mrs Tupper die abenteuerlichen Unternehmungen ihrer Mieterin nicht entgangen. Als sie einen merkwürdigen Brief erhält, bittet sie Enola um Rat. Kurz darauf wird, während Enolas Abwesenheit, das gesamte Haus durchwühlt und Mrs Tupper verschleppt. Während ihrer Bemühungen zur Rettung der alten Frau stößt Enola auf rätselhafte Nachrichten aus der Vergangenheit und natürlich auf ihren Bruder Sherlock Holmes. Alle Spuren verdichten sich um die bekannte Florence Nightingale. Um Mrs Tupper zu retten und nicht selbst gefangen zu werden, muss Enola mehr als einmal Cleverness, Geschick und Entschlusskraft beweisen. Dabei gerät sie nicht nur einmal in bedrohliche Situationen, denen Enola nur knapp entkommen kann.
Um sich unter Erwachsenen frei bewegen zu können, muss Enola immer wieder auf ungewöhnliche Verkleidungen zurückgreifen. Sie ist emanzipiert, selbstbewusst, risikofreudig, clever und unangepasst. Von ihrer Mutter zu einer selbständigen jungen Frau erzogen, ist es für Enola absolut nicht akzeptabel, sich den Entscheidungen ihrer Brüder zu unterwerfen. Der spannende Jugendkrimi spielt im Jahr 1889. Frauen dieser Zeit hatten keinerlei Rechte und mussten sich einem männlichen Vormund unterwerfen. Diesem Los möchte Enola unbedingt entgehen, denn ihre Brüder haben mit einer Schule für höhere Töchter gedroht.
Die von Enola in der Ich-Form im Präteritum erzählten spannenden Ereignisse sind eingerahmt von Prolog und Epilog eines auktorialen Erzählers. Im Prolog wird eine bewegende, sehr traurigen Szene dargestellt, die sich während des Krimkrieges 1855 in Sentari zugetragen hat. Die düster gezeichnete Szene versetzt die Leser*innen an einen grausamen Ort ohne Ausweg. Im Epilog schließt sich der Kreis mit einem aufschlussreichen Gespräch zwischen Sherlock Holmes und Florence Nightingale. Hier erhält der berühmte Detektiv weitere Informationen über seine Schwester und seine Mutter, die deren Beweggründe erklären. Sehr eindringlich wird hier noch einmal darauf hingewiesen, welchen Schaden das Korsett am weiblichen Körper verursacht hat. In diesem Abenteuer werden die geschichtlichen Fakten um den Krimkrieg und die Leistungen von Florence Nightingale sehr gut dargestellt. So erhält man beim Lesen der spannenden Geschichte gleich noch ein historisches update.
Dieses Buch ist der fünfte Band einer abenteuerlichen Krimireihe um Enola Holmes. Die Story ist in sich abgeschlossen aber es empfiehlt sich, die Bände in ihrer Reihenfolge zu lesen. Eine spannende Handlung, beklemmendes Setting, finstere Charaktere und eine außergewöhnliche Protagonistin entführen die Leser in das viktorianische London. Schreibstil und Wortwahl schaffen den Spagat zwischen historisch angepasst und jugendlich frisch perfekt. Die Anteile von Handlung, Setting und Dialog sind im Text ausgewogen und zu keiner Zeit langweilig. Buch- bzw. Textumfang sind verhältnismäßig gering und daher perfekt für kleine Lesemuffel. Das Buch ist für Leser*innen ab 12 Jahre sehr zu empfehlen. Eine wundervolle, spannende und kurzweilige Lektüre für eine vergnügliche Lesezeit. Nun warten wir gespannt auf den nächsten Teil.
[RS 25 Thüringen]
  
       

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