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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Pestemer, Felix,     
Titel:
Alles bleibt anders
ISBN:
978-3-96445-046-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Pestemer, Felix
Seitenanzahl:
90
Verlag:
Avant Verlag, Berlin
Gattung:
Graphic Novel
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
25,00 €   Hardcover
       
Inhalt:
Mit der Graphic Novel "Alles bleibt anders" erleben wir eine wunderbare Zeitreise in Wort und Bild, die uns die Geschichte des Konzerthauses Berlin miterleben lässt. Große, detaillierte Bilder und kurze informative Texte machen diese Jubiläumsschrift zu einem besonderem Werk und spannendem Leseerlebnis.
[box 25 Thüringen]
       
Lesealter:
14 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Oper / Musik / Graphic Novel / Zeitgeschichte
       
Anmerkungen:
eignet sich für den fächerübergreifenden Musik- und Geschichtsunterricht
       
Beurteilungstext:
Die Graphic Novel "Alles bleibt anders" nimmt seine Leser*innen mit auf eine Reise durch die Zeit. Seit 200 Jahren besteht das altehrwürdige Konzerthaus in Berlin und es ist kaum vorstellbar, was in so einem langen Zeitraum alles passiert. Mit farbenfrohen Zeichnungen kann man die Geschichte des berühmten Konzertgebäudes miterleben. Mit viel Sorgfalt und Liebe zum Detail sind die verschiedenen Zeiten, Aufführungen, Schauspieler und Menschen vorm und im Theater gezeichnet. Alle Epochen, die das ehrwürdige Haus erlebt hat, sind in belebten Bilder und kurzen, sehr informativen Texten erzählt. So erlebte 1817 der Schriftsteller Ernst Theodor Amadeus Hoffmann mit, wie das alte Konzerthaus bis auf seine Grundmauern niederbrennt. Er beobachtete den Brand mit Entsetzen von seinem Schlafzimmerfenster aus. Tragödien dieser Art folgten auch in späteren Zeiten, zum Beispiel nach dem zweiten Weltkrieg. Aber völlig zerstört wurde das Gebäude nicht wieder. Im Laufe der Zeit fanden im Berliner Konzerthaus viele große Aufführungen statt: So wurde zum Beispiel der Freischütz von Carl Maria von Weber in Berlin uraufgeführt.
Die Konzerthausgeschichte ist in großen Bildern, vielseitig und sehr detailliert illustriert. Manche Bilder sind eher gedeckt und etwas düster gehalten, manche sehr hell und farbenfroh. Besonders beeindruckt die doppelseitige Zeichnung der zerstörten Gebäude nach dem zweiten Weltkrieg.
Neben Zeitgeschichte finden natürlich auch große Poeten, Interpreten oder Konzertkritiker wie Friedrich Schiller, Nicolo Paganini oder Theodor Fontane Einzug ins Buch. Die letzten Buchseiten sind der Neuzeit seit 2014 gewidmet. Neue Konzepte nehmen Einzug in fast alle Konzerthäuser Deutschlands. So finden vermehrt Aufführungen für Kinder statt und das junge Publikum darf sogar mitten im Orchester Platz nehmen. Die Zeiten bleiben bewegt und auch wenn sich vieles ändert, die Musik während der Pandemie sogar zeitweise verstummt, das Leben geht weiter und auch diese Episode wird es überdauern.
Das Konzerthaus Berlin hat diese Graphic Novel als zeitgeschichtliches Dokument zu seinem 200- jährigem Bestehen in Auftrag gegeben. Dies ist äußerst beeindruckend gelungen und stellt ein wesentliches und verjüngendes Element des Hauses dar. Denn was nutzen große Jubiläumsschriften, wenn sie kaum jemand liest? Diese Novel beeindruckt und wird sicher viele junge Leser*- und Hörer*innen beeindrucken. Zeitgeschichte und der damit verbundene Wandel wurde hier auf geniale Weise in Bildern und Texten verarbeitet und (nicht nur) für Kinder erlebbar gemacht.
[box 25 Thüringen]
  
       

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