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Autor:
Wolk, Lauren,     
Titel:
Echo Mountain. Ellie geht ihren eigenen Weg
ISBN:
978-3-446-26959-0  
Übersetzer:
Kollmann, Birgitt
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
382
Verlag:
Hanser, München
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
17,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Die Familie der zwölfjährigen Ellie muss sich in der wilden Berglandschaft des Echo Montains eine neue Existenz aufbauen, nachdem sie in der Wirtschaftskrise alles verloren hat. Das Leben im Wald ist hart, doch Ellie liebt die Natur und ihre Familie und stellt sich den täglichen Herausforderungen mit Mut und Tapferkeit, Geschicklichkeit und Empathie. Doch dann verunglückt ihr Vater beim Baumfällen und fällt ins Koma. Und Ellie nimmt die neuen Herausforderungen an.
[ar 25 Thüringen]
       
Lesealter:
14 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Mädchen / Familie / Existenzkampf / Abenteuer / Freundschaft
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Darf, kann Ellie das Junge aus dem Hundewurf behalten? Wird die Mutter es erlauben, wo das Essen kaum für sie selbst reicht und ein Hund ein wichtiger Tauschgegenstand sein kann? Schon mit den ersten Szenen wird der Leser in Ellies karge Lebenswelt im nordamerikanischen Bergwald hineingezogen, wo die Familie sich mühsam eine neue Existenz aufbaut, nachdem sie in der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren alles verloren hat. Die Welt, die die Autorin mit poetischer Sprache, eindrücklichen Bildern und einer spannenden Handlung entfaltet, ist unserer heutigen technisierten Wohlstandsgesellschaft völlig entgegengesetzt. Das macht auch den Reiz des Buches aus. Das Leben mit und in der Natur ist kein endloses Abenteuer, sondern ein täglicher Kampf ums Überleben, der allen Familienmitgliedern viel abverlangt: die Mutter und die 15jährige Esther bewältigen den mühsamen Haushalt, können jedoch den Verlust ihres früheren Stadtlebens mit einer gesicherten Existenz kaum verkraften. Die Nahrungsbeschaffung durch Jagen und Angeln, Holzschlagen, Bauen, handwerkliche Arbeiten sind Vaters und Ellies Sache. Der kleine Bruder Samuel ist noch verspielt und löst unabsichtlich einen schrecklichen Unfall aus. Ellie lernt Dinge zu tun, die existenziell wichtig sind und Mut, Geschicklichkeit, Ausdauer und Kraft erfordern. Ein Taschenmesser, eine Axt, ein Löffel Honig aus einem wilden Bienenstock hoch oben im Baum unter Gefahr geraubt: das alles sind Dinge von unschätzbarem Wert. Als Ellies Vater beim Baumfällen verunglückt und ins Koma fällt, übernimmt Ellie dafür die Verantwortung. Und es kommen noch weitere Aufgaben hinzu, denn hoch oben auf dem Berg liegt schwer krank und einsam eine alte Frau, die „Hexe“.
Das Geschehen wird aus Ellies Sicht erzählt, wobei sie die äußere Handlung stets mit der ihr eigenen inneren Gedankenwelt verbindet. Die gekonnte Mischung von atmosphärischen Naturbeschreibungen und Naturbetrachtungen, inneren Reflexionen und Konflikten mit einer sich zuspitzenden Handlung liest sich spannender als manch Krimi. Ellies innige Beziehung zu ihrer Familie und zu der sie umgebenden Natur, ihr Wissen um die natürliche Umwelt, ihre praktischen Erfahrungen, aber auch ihre menschliche Reife, ihr beherztes Wesen, ihre Empathie und nicht zuletzt ihre Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen, Freundschaften zu schließen, ihnen zu helfen und sie zu heilen, machen sie zu einer absoluten Sympathieträgerin. Einmal in die Geschichte hineingezogen, legt man das Buch nicht mehr aus der Hand. Hinsichtlich der angedachten Adressatengruppe ab 11 Jahre wirkt auch der glückliche Ausgang - der Vater erwacht unversehrt aus dem Koma, eine alte Bekannte aus dem früheren Leben wird durch Ellie gerettet, neue Freunde und Heilwissen gewonnen - nicht störend. Als sogenanntes all-age oder new-adults Buch spricht es sicher auch Erwachsene an. Leider wirkt das hellgrüne Cover mit dem überdimensionalen Honigglas etwas blass. Das amerikanische Original mit den kräftigen Farben ist ansprechender.
[ar 25 Thüringen]
  
       

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