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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Vereecken, Kathleen,     
Titel:
Alles wird gut, immer
ISBN:
978-3-8369-6061-8  
Übersetzer:
Blatnik, Meike
Originalsprache:
Holländisch/Niederländisch
Illustrator:
Völk, Julie
Seitenanzahl:
144
Verlag:
Gerstenberg, Hildesheim
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
14,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Im Sommer 1914 geht die 10 jährige Alice mit ihrer besten Freundin auf die Kirmes. „Es wird keinen Krieg geben“, hat die Tante aus der Hauptstadt gesagt. Die Mutter meinte: „Alles wird gut, immer.“
Doch der Krieg kommt und für Alice und ihre Famile ändert sich alles. Eine zeitlose Geschichte von Krieg und Flucht, Liebe und Zusammenhalt in der Familie und darüber, wie schön die Welt trotz allem sein kann.
[IBR 25 Thüringen]
       
Lesealter:
10 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Krieg / Frieden / Hoffnung / Familie / Flucht
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
„Alles wird gut, immer“, verspricht Alices Mutter ihrer Tochter immer wieder. Es ist das Lebensmotto der Belgierin, mit der sie ihrer fünfköpfigen Familie die Angst nehmen will– auch dann noch, als im Sommer 1914 der Erste Weltkrieg ausbricht.
Alices Mutter will einfach daran glauben, dass das friedliche Leben in dem kleinen Ort, mit seinen Familien und Festen weiter geht. Selbst dann noch, als die ersten Flüchtlinge ins Dorf kommen. Gefolgt von deutschen Soldaten, die auf dem Weg nach Frankreich eine Schneise der Verwüstung hinter sich her ziehen.
Mittendrin ist Alice. Sie lebt unbeschwert und spürt doch, dass etwas nicht stimmt. In diesem Eindruck erzählt Alice die Geschichte ihrer Familie im Krieg, ganz im Ton eines jungen Mädchens: beobachtend naiv und dabei doch erschreckend genau.
Drängend wird so die Atmosphäre aus Hoffen und Bangen spürbar, wo jede kleine Veränderung in der Stimme der Eltern davon erzählt, dass eben doch nicht alles gut ist. Aber Alice möchte es ausblenden, es nicht sehen.
Die Mutter stirbt bei einem Raketenangriff, als sie Brot besorgen möchte, die große Schwester an Typhus und der Vater und Alices älterer Bruder sind krank, beziehungsweise schwer verwundet. Alice muss plötzlich Verantwortung übernehmen, die für ein Kind eigentlich zu groß ist. Gemeinsam mit ihren zwei jüngeren Geschwistern flieht sie nach Frankreich, sucht Zuflucht in einem Kloster. Dort angekommen, kann sie endlich wieder sein, was sie ist: ein Kind.
Die Autorin erzählt aus Sicht eines Kindes eine erschreckend zeitlose Geschichte von Krieg und Flucht. Auf historische Daten verzichtet sie dabei völlig. Die kriegführenden Deutschen werden kaum erwähnt. Genauso wenig wird erklärt, warum das eigentlich neutrale Belgien doch noch in den Ersten Weltkrieg verwickelt ist.
Im Roman stehen die Gefühle, die Sorgen und Nöte von Alice im Vordergrund. Sie lassen deutlich werden, wie ohnmächtig ein Krieg die Bevölkerung macht, wie das Leben plötzlich von Grund auf erschüttert wird. War das Lebensmotto der Mutter eine Lüge? Kann alles jemals gut werden?
Der besondere Schreibstil der Autorin besteht darin, den Krieg und seine Auswirkungen so unaufgeregt aufzuschreiben, dass auch junge Leserinnen und Leser ab zehn Jahren diese Geschichte mit Gewinn lesen können. Parallelen zur aktuellen Zeit lassen sich herstellen. Wieder suchen Menschen Zuflucht vor dem Krieg, auch bei uns in Deutschland. So wie alle Flüchtlinge und auch Alice mit ihren Geschwistern sind sie darauf angewiesen, Menschen zu finden, die bereit sind zu helfen und zu teilen. Damit wird das Buch pädagogisch und historisch wertvoll, denn erhebt keine moralischen Zeigefinger. Es wirkt in seiner Einfachheit.
[IBR 25 Thüringen]
  
       

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