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Autor:
Klassen, Jon,     
Titel:
Aus heiterem Himmel
ISBN:
978-3-314-10573-9  
Übersetzer:
Bodmer, Thomas
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Klassen, Jon
Seitenanzahl:
96
Verlag:
Nord-Süd, Gossau
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
18,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Schildkröte sagt nur wenig, ganz wenig. Auch wenn der eine oder andere Freund etwas ausschweifendere Betrachtungen zur Welt anstellt. Schildkröte konzentriert sich ganz auf das eine Gefühl. Und das ist ein ungutes.
[Jt 25 Thüringen]
       
Lesealter:
6 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Angst / fantastisch / märchenhaft / Zukunft / Ethik / Philosophie
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Es gibt ruhige Bücher und sehr ruhige. Dieses hier ist noch ruhiger. Und doch passiert sehr Gewichtiges, wie wir es von Jon Klassen kennen. Er erzählt uns, wie man seinem Gefühl nachgehen und dann merken kann, wenn Veränderung in der Luft liegt. Und aus heiterem Himmel auf uns herabstürzen könnte.
Die Protagonist*in der fünf Geschichten ist Schildkröte. Ihre sprichwörtliche Ruhe zeigt sich hier in langsamen Bewegungen, langsamen Entscheidungen und nur den allernötigsten Worten. Kann sie deshalb Gefahren erspüren? Oder ist es eine überstandene Gefahr? Neben sie treten noch zwei Freunde: ein Urmel und eine Schlange. Zwischen den dreien entspannt sich die sparsame Handlung. Insgesamt kommt das Bilderbuch mit sehr wenig Text aus. Und dieser steht konsequent neben den Illustrationen auf einem breiten unbedruckten Streifen, meist über dem Bild. So entfaltet sich im Breitformat die Landschaft, in der die drei Zufallsfreunde und, dann als Gefahr, ein großer Felsbrocken und ein Wesen, das wie eine Feuerspinne aussieht, agieren.
Durch das außerordentlich langsame Voranschreiten der Handlung entfaltet sich eine ganz besondere Wirkung. Die Schildkröte steht zum Beispiel an einer Stelle, das Urmel an einer anderen. Sie tauschen sich knapp über die Vorteile ihres Platzes aus und diesem Gespräch mit scheinbar recht belanglosem Inhalt folgt gleich darauf etwas sehr Gewichtiges. Man verfolgt deshalb das Geschehen sehr intensiv, deutet schon das Öffnen der Augen einer Figur als Kommentar und entdeckt bei wiederholter Lektüre wieder eine weitere Deutung.
Die Gestaltung erfolgt in erdigen Farb- Tönen. Der Untergrund ist fast ausschließlich ein Erdstreifen. Der Himmel zeigt die aktuelle Stimmung, kündigt aber auch an und lässt Erfahrenes nachhallen. Die Figuren sind im Verhältnis zum Bildformat sehr klein. Da sie sich vor dem Himmel aber sehr stark abheben, sind die ausdrucksstarken Haltungen und vor allem die Augen deutlich wahrzunehmen. Es gibt keinerlei dekorative Ausschmückung, kein Zuviel. So wird Konzentration auf die eine Aussage gelenkt und die Handlungen werden auf eine philosophische Ebene gehoben. Und dort können sie auch bestehen.
Bärbel Jähnert
[Jt 25 Thüringen]
  
       

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