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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Morfeld, Caroline / Gralke, Tobias / Steffan, Philipp,     
Titel:
Sprich es an
ISBN:
978-3-8415-0673-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
112
Verlag:
Oetinger TB, Hamburg
Gattung:
Sonstige
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
7,00 €   Taschenbuch
       
Inhalt:
"Sprich es an" verdeutlicht, wie wichtig es ist, darüber nach zu denken, was wir sagen und wie wir etwas sagen. Denn Rechtspopulismus, Rassismus und rechter Idealismus beginnen nicht erst in den Taten, zeigen sich nicht erst im Umgang mit geflüchteten, andersdenkenden oder anderes aussehenden Menschen, sondern beginnen in unserem Kopf. Direkt und ehrlich thematisiert dieses kleine Buch populistischen Sprachgebrauch und zeigt auf wie es gelingt, dies konstruktiv zum Thema zu machen.
[box 25 Thüringen]
       
Lesealter:
16 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Sprache / Rechtspopulismus / Sprachgebrauch
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Dieses kleine, unscheinbare Buch behandelt ein Thema, welches in der heutigen Zeit unverzichtbar ist: Rechtspopulismus und damit einhergehend unser alltäglicher, rechtsgerichteter Sprachgebrauch. Denn (teilweise) unbewusst, aber provokativ verwendet beinahe jeder Wörter, Sätze und Ausdrücke bewusst so, dass man andere Menschen beleidigt oder sich selbst gegenüber herabsetzt.
Leider wird die Thematik Rechtspopulismus und radikaler rechter Idealismus sowohl in der Gesellschaft, als auch in der Politik weitgehend geleugnet. Ein sehr treffendes Zitat unseres Bundesinnenministers Horst Seehofer in Bezug auf Polizeigewalt mit rechtsideologischem Hintergrund sei hier genannt: "Racial Profiling ist verboten, deshalb existiert es nicht und braucht auch keine Rassismusstudie:" Die Autoren des Buches vergleichen diese Aussage so: "Wenn es so einfach wäre, bräuchte es auch keine Drogenfahnder, Kaufhausdetektive und keine Geschwindigkeitskontrollen mehr. Denn Drogen nehmen, klauen und rasen ist alles verboten. Passiert trotzdem."
Viele weitere Aspekte unseres alltäglichen Sprachgebrauchs beleuchtet das Buch. Deutlich wird, dass Sprache ein starkes Mittel ist, um Menschen verschiedenen Aussehens, ihrer Einstellungen oder ihrer Herkunft wegen zu diskriminieren. Alles was politisch auf großer Bühne debattiert wird, was sich in rechten oder sogenannten bürgerlichen Demonstrationen zeigt und was Menschen dazu bringt, sich gegen Andersdenkende, Geflüchtete oder Immigrierte zu stellen, beginnt in unserem ganz alltäglichem Sprachgebrauch. Der vorliegende Text hilft dabei zu erkennen, wo rechtes Gedankengut in der Sprache beginnt, bei einem selbst und bei anderen. Das Buch gibt Tipps und Hinweise diesem höflich, aber radikal entgegen zu treten. Denn erst wenn wir anfangen darüber nachzudenken was wir sagen, beginnen wir, unser Handeln und Denken effektiver zu reflektieren.
[box 25 Thüringen]
  
       

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