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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Meter, Peer,     
Titel:
Beethoven
ISBN:
978-3-551-73120-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Broo, Rem
Seitenanzahl:
142
Verlag:
Carlsen, Hamburg
Gattung:
Graphic novel
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
22,00 €   Hardcover
       
Inhalt:
Mit Beethoven als Graphic Novel, gezeichnet von Rem Broo und erzählt von Peer Meter liegt eine Biographie vor, die es in sich hat. Denn die Story spielt nach dem Tod des großen Komponisten und zeichnet kein gutes Bild, der aasgeierischen, ach so noblen Gesellschaft des damaligen Wiens.
[box 25 Thüringen]
       
Lesealter:
14 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Beethoven / Rem Broo / Musik / Graphic Novel / Biographie
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Beethoven war ein Genie und schon zu seiner Zeit gefeiert, wie ein Popstar. Biographien zu diesem Meister der Töne gibt es viele, doch keine ist wie diese. Denn die neue Graphic Novel von Peer Meter und Rem Broo übertrifft jede Erwartung, die Fans von Graphic Novels und junge Liebhaber der Musik Beethovens haben können. Mit Liebe zum Detail sind die einzigartigen Bilder gezeichnet und man kann ewig auf einer Seite verweilen und immer wieder Neues entdecken. Schon die ersten Seiten, die das alte Wien darstellen sind berauschend. Charaktere und Gesichter der auftretenden Personen sind extrem mimik- und ausdrucksstarkstark gezeichnet.
Hauptperson der Story ist nicht etwa Beethoven selbst, sondern der fiktive Edelmann Louis Lefebvre, auf der Suche nach dem Maestro, um ein Autogramm zu erhalten. Er reist per Kutsche durch Wien, um immer wieder aufs Neue zu erfahren, dass Beethoven umgezogen ist. Angeblich ist Beethoven während seiner Zeit in Wien 80-mal umgezogen. An den jeweiligen Orten hört und erzählt Lefebvre Anekdoten aus dem Leben des Musikers. Beethoven selbst taucht in der Novel rückblickend auf und die gezeichnete Darstellung des Komponisten trifft genau das, was man gewöhnlich über ihn liest: einen chaotischen, jähzornigen Menschen, der zwar berühmt, aber keinesfalls liebenswürdig war. Schließlich erreicht Louis Lefebvre den Ort, an dem Beethoven verstarb und ergattert sich, quasi als Autogrammersatz, eine Locke.
Schwarzhumorig und absolut witzig ist die Leichenfledderei und die aasgeierischen Auswüchse der ach so noblen Gesellschaft des alten Wien dargestellt. Denn es war durchaus üblich, dass man versuchte ein "Andenken", wie hier im Comic eine Locke, ein Stück Knochen oder einen Teil des Schädels seines Idols zu ergattern. Beethoven zum Beispiel wurde kahl beigesetzt, von Joseph Haydn fehlte sogar der gesamte Schädel. Weitere skurrile Details dieser Art finden sich im Anhang der Novel in einem Interview. Auch die Entstehungsgeschichte des Buches erzählt Peer Meter dort.
Die Altersempfehlung des Verlages liegt bei ab 14 Jahren. Jüngere Leser, die mit den Geschichten im Anhang um fehlende Köpfe toter Idole klar kommen, werden sicher auch ihren Spaß an dem Buch haben. Aber viele Details und so mancher Witz werden erst verstanden, wenn man sich schon etwas mehr mit dem alten Wien oder der Popkultur so mancher Komponisten befasst hat.
Die Idee und die Umsetzung dieser Biographie der anderen Art ist einfach genial und Peer Meter hat mit dem Zeichner Rem Broo den Meister gefunden, der mit Stift und Farbe diese Novel lebendig werden lässt.
[box 25 Thüringen]
  
       

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