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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Sigmarsdottir, Sif,     
Titel:
Das dunkle Flüstern der Schneeflocken
ISBN:
978-3-7432-0721-9  
Übersetzer:
Thiele, Ulrich
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
432
Verlag:
Loewe, Bindlach
Gattung:
Thriller
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
14,95 €   Taschenbuch / Heft / Broschur
       
Inhalt:
Der Thriller entführt den Leser in das kalte Island. Die beiden Protagonistinnen sind Hannah und Imogen. Hannah ist zum Vater gezogen und absolviert in Island ein Praktikum bei einer Tageszeitung. Dort lernt sie die hochbekannte Influencerin Imogen kennen. Eine kurze Zeit später wird eine Leiche eines Professors in einem Lavafeld gefunden. Alle Indizien sprechen für Imogen als Täterin. Hannah beginnt, Nachforschungen anzustellen und gerät dabei selbst in Gefahr.
[IBR 25 Thüringen]
       
Lesealter:
16 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Thriller / Kriminalität / Social Media / Island
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Hannahs Mutter ist gerade gestorben. Nun gerät die Welt der 16 jährigen aus den Fugen. Nicht, wie man vermuten könnte aus Trauer, sondern aus Wut. Ihre Mutter war psychisch krank und die Verantwortung und Scham hat Hannahs Leben all die Jahre überschattet. Nun könnte sie endlich frei sein. Doch sie wird aufgrund eines rebellischen Artikels in der Schülerzeitung von der Schule suspendiert und muss zu ihrem Vater nach Island ziehen. Eigentlich ja eine Belohnung, denn ihr Vater arbeitet bei einer Tageszeitung, bei der sie ein Volontariat machen muss, auf welches sich Hannah jedoch freut. Ein Mord in der beschaulichen Kleinstadt ist da eine überaus willkommene Abwechslung für die Hobby-Detektivin und sie gerät mitten hinein in einen riskanten Mordfall.

Die 19jährige Imogen ist innerhalb von zwei Jahren zu einer bekannten Influencerin geworden, eine Traumkariere, um die sie von vielen beneidet wird. Imogen ist intelligent, wunderschön und berühmt. Allein mit ihrem Job als Influencerin könnte sie bequem in Luxus leben. Dazu arbeitet sie noch als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei einer Werbeagentur, die sich auf psychologisch angepasste Werbung spezialisiert hat. Doch die Schatten der Vergangenheit lassen sie nicht los.
Auch ihr Weg führt nach Island, doch ihre Flucht vor der Vergangenheit stellt sie vor die harte Realität.

Die Ereignisse werden abwechselnd von Hannah und dann von Imogen beschrieben. Ein sehr gelungener Einstieg in ein neues Kapitel sind die Beschreibungen eines Instagram Fotos mit den Optionen für die Bildunterschrift. Aus diesen Optionen kann der Leser schon tief in die Gedanken der Protagonistinnen blicken und die Kapitel werden perfekt eingeleitet.

Die Geschichte zieht den Leser sofort in ihren düsteren Bann gezogen. Die tragischen Schicksale der beiden Mädchen wurden auf einmalige Weise miteinander verwoben. Irgendwann glaubt der Leser, die Lösung des Rätsels um den Mord wäre viel zu offensichtlich, denn der Verdacht wird auf Imogen gelenkt. Doch schließlich nimmt die Handlung eine unerwartete Wendung, wer den Mord verübt hat.
Es geht um Selbstfindung, Tod, Mobbing, Stalking und nicht nur emotionalen Missbrauch. Das sind anspruchsvolle Themen für ein Jugendbuch, die in Aufbau und sprachlicher Gestaltung sehr gut umgesetzt wurden.
Das Cover ist sehr gelungen gestaltet. Es zeigt das weite Weiß des verschneiten Islands mit einem einsamen Haus. Im weißen Nichts befinden sich die großen, silbernen Druckbuchstaben des Buchtitels. Minimalistisch gestaltet und doch so aussagekräftig! Das Buch ist nicht nur beim Cover ganz auf Social Media eingestellt – auch im Innern sind immer wieder Postings der beiden Protagonistinnen eingefügt. Einmal wie sie eigentlich sein sollten, wenn man ehrlich wäre, und ein einmal wie sie dann tatsächlich veröffentlicht wurden um eine schöne heile Welt vorzugaukeln. Damit wird außer der Kriminalgeschichte auch die Diskussion zum Thema Umgang mit sozialen Netzwerken angestoßen.
[IBR 25 Thüringen]
  
       

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