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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Vendel, Edward van de,     
Titel:
Der kleine Fuchs
ISBN:
978-3-8369-6044-1  
Übersetzer:
Erdorf, Rolf
Originalsprache:
Holländisch/Niederländisch
Illustrator:
Tolman, Marije
Seitenanzahl:
84
Verlag:
Gerstenberg, Hildesheim
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
14,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ein kleiner Fuchs erkundet seine Umgebung und lernt die Tiere am Strand und im Wald kennen. Vor Übermut fällt er hart auf den Boden und es beginnt ein Traum, in dem sein Leben an ihm vorüberzieht.
[IBR 25 Thüringen]
       
Lesealter:
4 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Leben / Abenteuer / Freunde / Tod / Trauer / Hoffnung
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Der kleine Fuchs erkundet auf den ersten Seiten, die textfrei illustriert sind, die Gegend in den Dünen. Er trifft Strandläufer, Möwen, Austernfischer und springt in den Wellen. Er ahmt den Kormoran nach. Im strandnahen Kieferwald entdeckt er den Specht, den Dachs, den Hirsch. Hier sieht er auch zum ersten Mal zwei lila Schmetterlinge, die seine Neugier wecken und denen er nachlaufen will. Er springt und der Boden unter seinen Füßen fehlt, er fällt und fällt und schlägt auf dem Boden auf. Er liegt bewegungslos am Strand und träumt einen langen Traum über sein bisheriges Leben, von den ersten Erinnerungen der Geborgenheit neben den Geschwistern dicht an der Mutter über den ersten Geruch von draußen, den der Vater mit in den Bau bringt, über die erste Begegnung mit einem großen Tier am Wasser und die erste mit einem Menschen, bis zu den beiden Schmetterlingen, denen er an diesem tollen Tag am Meer hinterhergejagt ist, über die Dünen, bis er nach einem kühnen Sprung keinen Boden unter den Füßen findet, fällt und reglos liegenbleibt.

„Wacht der kleine Fuchs noch mal auf?“, fragt der kleine Fuchs sich, noch bevor ihm klar wird, dass er selbst es ist, den er dort sieht. Doch da hat ihn der kleine Junge gefunden, der ihn einmal aus einem Einmachglas befreit hatte, in das der kleine Fuchs aus purer Neugier seinen Kopf gesteckt hatte. Der Junge trägt den kleinen Fuchs zur Fuchsfamilie. Begleitet werden die beiden von den Tieren, denen der Fuchs begegnet war. Es ist ein wahrer Trauerzug, der sich auf der folgenden Doppelseite auf den Weg durch den Sand macht: Gänse, Enten und Strandläufer, ein Dachs und ein Reh folgen mit hängenden Köpfen dem Jungen, der den Fuchs trägt.
„Neugier ist Todesgier“, gab der Fuchsvater seinen Kindern im Traum des kleinen Fuchses mit auf den Weg, und eine seiner Schwestern meinte naseweis, dass die Maus, die sie gefangen haben, wohl „zu todesgierig“ war. Dennoch ist die Geschichte keine Warnung vor Entdeckerlust. Das Buch endet sogar mit einer Ermutigung, wie gut es ist, wenn ein Freund da ist zur richtigen Zeit, und welche Sinne noch wach sein können, wenn jemand schon für immer die Augen geschlossen zu haben scheint.
Ob der kleine Fuchs wirklich tot ist, bleibt offen. Jeder Leser jeden Alters kann herauslesen und heraussehen, was seine Lebenserfahrungen ihm ermöglichen. Die Illustrationen sind klar gegliedert zwischen Realität und Traum. Alles, was der Fuchs real erlebt, hat im Bild einen realen Hintergrund auf der Basis von Fotografien, die farblich in blassen Grün–, Grau-, und Blautönen daherkommen. Die Tiere dagegen sind wie in einer Collage in die Fotografie hineingemalt. Alle Träume hingegen bestehen nur aus gemalten Bildern. Damit wird nicht nur im Text sondern auch in der Illustration dem Wechsel zwischen Realität und Traum Rechnung getragen.
[IBR 25 Thüringen]
  
       

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