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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Lienesch, Andrea,     
Titel:
Der schlechteste Pirat der Welt
ISBN:
978-3-943833-38-6  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Brink, Mele
Seitenanzahl:
166
Verlag:
Edition Pastorenplatz, Aachen
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
13,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Wenn Kinder Pirat spielen: so ähnlich geht es bei Karl-Heinz und seiner Besatzung auf dem Schaukelnden Schorsch zu. Zur Besatzung gehören eine quakende Ziege und die Kinder Lenni und Emmi. Das sind Zwillinge, die Karl-Heinz als Babys aus dem Wasser fischte. Jedoch treffen sie auf ihrer Fahrt ohne Kompass und Seekarte schon bald auf andere und manche Gefahren werden gemeinsam umschifft.
[ms 25 Thüringen]
       
Lesealter:
6 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / Freundschaft / Humor / Hilfsbereitschaft
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Was hat es wohl damit auf sich, dass es hier um den schlechtesten Piraten der Welt geht? Dies fragt man sich, wenn man den Titel hört und auch das Buchcover mit einer Oma und einem Anzugträger gibt da nicht viel Auskunft. Aber irgendwie lustig sieht es schon aus, wie die beiden da mit Karl-Heinz, Melika und der Ziege an der Reling stehen. Und lustig wird auch die Lektüre dieses Kinderbuches. Während man als Erwachsener irgendwie mit dem ganzen Plot fremdelt, kann man sich zunehmend vorstellen, dass die Kinder der Zielgruppe ihre wahre Freude an dieser grotesken Geschichte haben werden.
In den 15 Kapiteln wird die Mannschaft an Bord erweitert, weil die Seefahrer auf jeder angelaufenen Insel auf einsame Menschen treffen und so gehören dann noch die tatkräftige Melika, der korrekte Herr Rübenstiel und die immer strickende Oma Liese dazu. Doch hier kommt schon ein großes Plus dieses Kinderbuches auf uns zu, denn mit den Worten wird humorvoll und sehr kreativ gespielt. Z.B. auf S.122 treffen sie auf die Beamten des Königs und Karl-Heinz erklärte ihnen: „Das ist Ranzige Rübe, ein gefürchteter Pirat! Und das da ist die Miese Melika. … Da hinten hätten wir noch die Lausige Liese, die zwickenden Zwillinge und die quakende Ziege. Ich bin der Krumme Karl, der Kapitän dieses Schiffes.“ Oder auf S.132 wird lautmalerisch eine Wortgruppe bearbeitet: „Vielleicht hieß das gar nicht Land in Sicht, sondern etwas anderes. Elefant erwischt oder so.“ „Strandgedicht“, … „Oder Hand mit Gicht“, … Hier eröffnen sich auch spielerische Möglichkeiten für den Deutschunterricht. Mit dem Sprachschatz der Grundschule und witzigen Dialogen, einem sehr gelungenen Layout und relativ großer Schrift können sich Kinder gut einlesen.
Auflockernd und den Text unterstreichend tragen die Illustrationen sehr gut zum Lesevergnügen bei. Unserer Sehnsucht nach dem blauen Meer nachempfunden sind alle Zeichnungen genau wie die Schrift in blauer Farbe. Großformatige cartoonartige Bilder begleiten den Text kongenial. Und wenn sich keine große Illustration auf der Doppelseite befindet, kann man den Weg des Piratenschiffes oben auf den Seiten nachverfolgen. Witzige Details bringen den Betrachter immer wieder zum Schmunzeln.
Neben dem Witz enthält das Kinderbuch auch ein großes Plädoyer für gegenseitige Hilfe, Freundschaft und Zusammenhalt. Jeder wird mit seinen Besonderheiten ernst genommen und ist wichtig für die Gemeinschaft. Der inklusive Gedanke wird bei dieser skurrilen Piratencrew umgesetzt.
[ms 25 Thüringen]
  
       

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