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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
ZO-O,     
Titel:
Die Ecke
ISBN:
978-3-8251-5278-9  
Übersetzer:
Barrouillet, Stephanie
Originalsprache:
Koreanisch
Illustrator:
ZO-O
Seitenanzahl:
64
Verlag:
Urachhaus, Stuttgart
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
16,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Wie wird aus einer Ecke ein Zuhause? Das können wir in diesem Bilderbuch beobachten, Schritt für Schritt.
[Michael Ritter 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
6 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Tiere / Freundschaft / Heimat
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Am Anfang ist da nur eine kahle Ecke. Sie ist unpersönlich und ungemütlich, das sieht auch der kleine Rabe, der dort ankommt. Doch er lässt sich nicht beirren und richtet die Ecke ein. Eine Matratze, ein Bücherregal, eine Pflanze, ein Teppich – schnell wird klar, das soll ein Wohnraum sein. Doch der bleibt ungemütlich, also wird auch die Wand bemalt und die Pflanze wächst erstaunlich schnell. So wird Stück für Stück aus der kahlen Ecke eine kleine Wohnung. Und doch fehlt immer noch etwas – nur was? Das merkt der kleine Rabe, als er schließlich ein Fenster in die Wand sägt und er nicht nur nach draußen sehen, sondern nun auch mit anderen in Kontakt treten kann. Der Rückzugsort ist immer auch ein Platz, von dem aus man seine sozialen Kontakte organisieren kann. Beides gehört zusammen, das wird hier sinn- und augenfällig.
Fast ohne Text in anfangs lediglich schwarz-weißen, dann auch zurückhaltend farbig gestalteten feinen Buntstiftzeichnungen entsteht hier die Eckenwohnung vor unseren Augen. Anfangs ist da nur die Ecke, ein Blick auf einen Fußboden und ein angedeuteter Schattenwurf die Stoßkante der Seiten des Bilderbuchs, also die Mittelinie des Buches hinauf. Schritt für Schritt kommen Seite für Seite der Vogel und die Gegenstände hinzu, füllt der Rabe den Raum mit Leben etc. Die Perspektive bleibt bis zum Schluss gleich und ändert sich erst auf der letzten Seite. So lädt das Buch auch zum Blättern und Vergleichen ein. Es fordert zur genauen Beobachtung und zur aktiven Sinnkonstruktion heraus, weil viel Erzähltes nur im Bild dargestellt wird oder in den Leerstellen von Bild und Text erahnt werden kann. So bleibt viel Interpretationsspielraum, der herausfordert und zum aktiven Mitgestalten einlädt.
Das vorliegende Bilderbuch besticht durch seine zurückhaltende, aber konsequente Gestaltung und die perspektivische Visualität. Es ist nachdrücklich zu empfehlen!
[Michael Ritter 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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