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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Mohl, Nils,     
Titel:
An die, die wir nicht werden wollen. Eine Teenager-Symphonie
ISBN:
978-3-7022-3956-5  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Kehn, Regina
Seitenanzahl:
168
Verlag:
Tyrolia, Innsbruck
Gattung:
Erzählung
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
17,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Eine Sammlung an kleinen Texten, die zusammen ein spannendes Kaleidoskop einer poetisierten Jugendbetrachtung erzeugen. Seltsam und eindrücklich.
[Michael Ritter 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
14 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Gefühle / Jugend / Adoleszenz
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Klimbimson Kreuzer lebt auf einer einsamen Insel. Viel ist da nicht, keine Termine, bestenfalls noch Satellitenfernsehen als Ausdruck völliger Ödnis. Jedenfalls keine anderen Menschen. Dann noch eine Kokosnuss, die eines Tages neben ihm auf die Erde fällt. Montag natürlich! Die Parallel ist schnell klar, die Folie auch – und doch ist Klimbimson durch und durch ein (post-)moderner Robinson. Verloren in der Unkenntnis der großen Zusammenhänge. Festgelegt auf ein Leben im Gleichklang. Er ist nur einer der Protagonisten in Nils Mohls neuem Buch. Hier finden sich kleine Versatzstücke von Geschichten, Gedichte, Sprachkonstrukte und typographische Spielereien. Die mediale Sprache wird zu fingierten Interaktionen, wenn fiktive Personen die Texte kommentieren – oder über etwas ganz Anderes sprechen? In unglaublicher Vielfalt setzt sich ein zuerst einmal kaum durchschaubares Durcheinander an Textfragmenten zusammen, denen vielleicht auch kein ganz strenger kohäsiver Zusammenhang innewohnt, deren Verlauf aber schon in einer Einheit gedacht werden kann. Da gibt es Annäherungen an das Früher aus Sicht des Autors, den Blick der Jugend auf die Welt, das Nachdenken über das Klischee und die Erfahrung – und einfach auch Ausbrüche der Hilflosigkeit in einer komplizierten Welt. Das lyrische Ich tritt auf, Klimbimson kann vermeintlich gerettet werden.
Regina Kehn ergänzt den Text durch die Inszenierung der Fragmente in grafischen Zeichnungen, die offen und oft eher vignettenartig einen gestalterischen Zusammenhang herstellen. So entsteht ein faszinierendes Werk, dicht und offen – viel Raum zur Interpretation und wohl auch ohne viel Anspruch auf Stringenz. Und doch eine tiefschürfende und poetisch ausgesprochen eindrückliche Auseinandersetzung von Jugend und Erwachsensein. Auf jeden Fall sehr zu empfehlen!
[Michael Ritter 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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