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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Roskifte, Kristin,     
Titel:
Alle zählen
ISBN:
978-3-8369-6036-6  
Übersetzer:
Dörries, Maike
Originalsprache:
Norwegisch
Illustrator:
Roskifte, Kristin
Seitenanzahl:
64
Verlag:
Gerstenberg, Hildesheim
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
18,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ich bin eine*r von Vielen, aber jede*r ist bedeutsam. Mit diesem Bilderbuch wird Zählen philosophisch.
[jodu 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
4 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Menschen / Mathematik / Familie / Schule / Welt / Philosophie
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
„Jeder hat seine persönliche, einzigartige Geschichte. Alle zählen.“ Mit dieser Aussage endet das Bilderbuch von Kristin Roskifte, die die Doppeldeutigkeit des Titels aufgreift, indem sie sowohl Menschen als eine zählbare Menge als auch als einzigartige Individuen dargestellt. Beginnend bei einem Kind bis hin zu 7,5 Milliarden Menschen werden aufsteigend verschiedene Zahlenräume in Bild und Text in den Fokus gerückt, um die zunehmende Komplexität der Beziehungsgeflechte und die Diversität der Gesellschaft aufzuzeigen. Dazu werden wiederholt auftauchende Personen in unterschiedlichen Lebensbereichen, die auch Kindern sehr bekannt sind, wie in der Schule, Zuhause, im Park, beim Einkaufen, auf einer Hochzeit oder bei einer Demonstration, abgebildet.
Die auf der jeweiligen Buchseite fokussierte Zahl erscheint dickgedruckt in einem kräftigen Blau meist am unteren Bildrand, während der Text immer nach dem gleichen literarischen Baumuster zunächst die Personengruppe kontextualisiert, um dann einzelne Teilmengen dieser genauer zu beschreiben. Durch die unbestimmte Zuordnung von Gedanken, Wünschen, Erwartungen und Erlebnissen zu den Figuren wird dazu angeregt, die Personen, auf die die Zuschreibungen zutreffen könnten, im Bild wiederzufinden. Da es sich hierbei aber um Vermutungen handelt, werden Diskussionen unter den Rezipierenden des Buches ganz von alleine angestoßen. So kann man beispielsweise überlegen, welche der zwölf Personen in der Schlange eine wichtige Entscheidung treffen muss, welche sehr bald unzufrieden sein wird und welche sich auf einen Kinobesuch mit seinem Sohn freut. Einige der Geheimnisse werden auf einer Doppelseite am Ende des Buches aufgelöst – vieles bleibt offen und lädt zum Rätseln und Spekulieren ein. Im Anhang befinden sich ebenfalls Suchaufträge zu den Bildern und philosophische Fragen, die über den Einzelnen hinausgehen, wie zum Beispiel: Ist die Welt groß oder klein oder was haben alle Menschen gemeinsam?
Herausragend sind auch die Illustrationen, die mit fortschreitender Lektüre zu Wimmelbildern anschwellen. Während der Hintergrund sich lediglich aus filigranen blauen Linien zusammensetzt, werden die Figuren mit ihrer reduzierten und plakativen Darstellung in bunten Farben in den Vordergrund gerückt. Gezeigt wird eine vielfältige und heterogene Gemeinschaft, ohne dabei Differenzen zu betonen oder zu werten. Insgesamt erwartet die Leser*innen eine kurzweilige und gleichsam unglaublich tiefgründige Lektüre, die zum Zählen, Rätseln und Reflektieren einlädt.
[jodu 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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