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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Bright, Rachel,     
Titel:
Der Wal der immer mehr wollte
ISBN:
978-3-7348-2075-5  
Übersetzer:
Jüngert, Pia
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Field, Jim
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Magellan, Bamberg
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
14,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Dass die kostbarsten Schätze nicht glücklich machen, beweist Wendelin der Wal im neuen Bilderbuch von Rachel Bright und Jim Field. Erst als Wendelin sich an das Schlaflied seiner Mama erinnert und es mit den anderen Meeresbewohnern teilt, erkennt er, worauf es im Leben wirklich ankommt. "Der Wal der immer mehr wollte" vermittelt eine Botschaft, die so tiefgründig ist wie das Meer.
[jese 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
4 - 5 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Gefühle / Tiere
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Gerade sitze ich hier und freue mich über meine neuen Schuhe. Wie schön ist es doch, sich etwas Neues zu kaufen, sich etwas zu gönnen und es stolz der Welt zu präsentieren. Es hebt die Laune, macht ein bisschen glücklich. Aber funktioniert das wirklich auf Dauer? Macht Besitz uns wirklich glücklich? Wohl eher nicht... Das muss auch der Wal im neuen Buch „Der Wal der immer mehr wollte“ von Rachel Bright und Jim Field erkennen.
In den Tiefen des Meeres lebt der Wal Wendelin. Geplagt von einer Sehnsucht, macht er sich tagein tagaus auf die Suche nach Kostbarkeiten, um seinen Schmerz zu stillen. Doch egal welchen Wert und welche Größe seine Schätze auch haben, er ist doch niemals zufrieden und sucht weiter und weiter. Ziellos irrt er durch den Ozean und kommt schließlich an ein kunterbuntes, belebtes Riff. Zu seinem Glück trifft er auf Krissy – eine Krabbe mit messerscharfem Verstand und großem Mut. Krissy die Krabbe stellt die entscheidende Frage: „Was suchst du wirklich, was ist dein Ziel?“. Und Wendelin wird traurig, denn alles, was er immer wollte, war es glücklich und erfüllt zu leben. Die clevere Krabbe gibt ihm den Rat, der Welt etwas von sich zu geben. Wenn er sich großherzig zeigt, wird ihn das Glück finden, das er sucht. Also erinnert sich Wendelin an das Schlaflied seiner Mutter und mit dem Öffnen seines Mundes, verlässt neben einem bezaubernden Lied, das alle Meeresbewohner miteinander verbindet, auch der innere Schmerz seinen Körper. Ihm wird klar, dass kein Besitz ihn je glücklich gemacht hätte. Liebe und Freundschaft, das ist es, was er dafür braucht.
Eine schöne Wendung, die aber sehr plötzlich kommt. Damit vermittelt das Bilderbuch eine Botschaft, die so tiefsinnig ist wie das Meer selbst und dadurch für junge Leser*innen eventuell nicht sofort greifbar. Als Erwachsene gefällt mir die gewählte Sprache, der Schreibstil und die Reimform sehr gut, doch für Kinder könnten die verschachtelten Sätze eine Hürde beim Verständnis der Geschichte darstellen. An dieser Stelle greifen aber die – für Jim Field typischen – traumhaften Illustrationen. Die dunkel gestaltete Tiefsee greift das melancholische Gefühl des mächtigen Meeresbewohners auf und steht im Kontrast zum kunterbunten Riff, in dem Wendelin schließlich seinen Schmerz stillen kann. Ein Zweifel an den Gefühlen der Tiere bleibt dank der lebhaft dargestellten Mimik nicht. Die Illustrationen sind sehr vielsagend und unterstützen den Text dabei, die wertvolle Botschaft an seine Leser*innen zu transportieren.
Insgesamt ein Buch, das sich für die Betrachtung mit Kindern ab vier Jahren eignet und darüber hinaus eine wichtige Botschaft für alle Altersgruppen bereithält. Ein Einsatz im Rahmen von Gefühlsprojekten oder zur Einleitung von Gesprächskreisen ist gut denkbar. Daher ein neuer Favorit im Bücherregal.
[jese 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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