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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Orlovský, Sarah Michaela,     
Titel:
Eine halbe Banane und die Ordnung der Welt
ISBN:
978-3-7022-3918-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
60
Verlag:
Tyrolia, Innsbruck
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
12,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Was, wenn die große Schwester sich in ihrem Zimmer verkriecht und nicht mehr erreichbar ist? Dann setzt sich die kleine Schwester vielleicht vor die Tür und teilt ihre Gedanken mit ihr und den Leser:innen.
[Alexandra Ritter 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
12 - 15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Familie / Krankheit / Mädchen / Frau / Magersucht
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Der Roman beginnt unvermittelt mit einem Klopfen an der Zimmertür. Als Leser:innen sehen wir durch die Augen der kleineren Schwester die verschlossene Tür und hören ihre verzweifelten Versuche, den offensichtlich abgebrochenen Kontakt wieder herzustellen. Dabei werden wir in die Reflexion des Geschehenen mitgenommen, ohne allerdings das Geschehen selbst zu kennen. Erst Stück für Stück erschließt sich beim Lesen das Problem. Die Schwester Barbara findet eine neue Freundin, Anne, der das Zählen sehr wichtig ist. Sie zählt die Löffel, die sie isst und wiegt genau ab, wie viel Gramm sie zu sich nimmt. Anne scheint ein Problem mit dem Essen zu haben, welches sich auch auf Barbara überträgt, die selbst auch immer weniger isst und immer schmaler wird. Das führt natürlich zu Konflikten in der Familie und am Schluss offenbaren sich die katastrophalen Folgen eines solchen Verhaltens.
Die Ich-Erzählerin erinnert sich aber vor der verschlossenen Zimmertür an viele schöne Erlebnisse, in denen die Schwestern füreinander da waren. So werden Rückblicke und Reflexionen zur aktuellen Situation geschickt miteinander verknüpft. Die Versform des Romans führt dazu, dass viel Raum auch für die Vorstellungen der Lesenden bleibt. Man kann die Verzweiflung und Angst um die große Schwester gut nachvollziehen. Die Hilflosigkeit und Ohnmacht in der aktuellen Situation werden sehr gut über die Protagonistin transportiert. „Warum ist unsere Beziehung anders geworden? Wie kann ich wieder eine Brücke zu dir bauen? Wir hatten doch so viel.“ Diese Gedanken sind beim Lesen stets präsent. Die mehrfach für ihre Bücher ausgezeichnete Autorin hat eine einfache und zugängliche Sprache gewählt, aber es stechen immer wieder Listen mit Neologismen heraus, die besondere Leseanreize schaffen, z.B. die „10 Dinge, die du schrecklich findest“ wie „Stilettotussis, Aktentaschenangeber und Zigarettenrauchwolken.“ (S. 43).
So schafft es Orlovský ein Thema aufzuspannen, das viele junge Mädchen betrifft, das durch die Geschichte betroffen macht und dennoch ein wenig Distanz durch die Erzählung aus der Perspektive der kleinen Schwester schafft. Ein gelungener Schachzug und ein sehr empfehlenswertes Buch.
[Alexandra Ritter 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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