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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Schäuble, Martin,     
Titel:
Cleanland
ISBN:
978-3-7373-4257-5  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
195
Verlag:
Fischer Sauerländer / Meyers / Duden, Frankfurt/Main
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
14,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Gesundheit ist wichtiger als Freiheit! - was vor einem Jahr wie eine absurde dystopische Idee klang, ist dank Corona eine existenzielle Frage geworden, die nun auch den Grundkonflikt eines Jugendbuches prägt.
[edb 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
14 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Krankheit / Zukunft / Ethik / Philosophie
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
In Cleanland gibt es klare Regeln, die Gesundheit und damit Glück für alle garantieren sollen: Abstand halten, extreme Desinfektions- und sonstige Hygienevorschriften, streng reglementierter zwischenmenschlicher Kontakt. Alles ist den Fünf Gesetzen der absoluten Reinheit unterworfen, die vom Ministerium der Reinheit umgesetzt werden. In dieser Welt lebt Schilo ein für sie völlig normales Leben. Sie hat eine registrierte Freundin, die sie sehen darf, wird ständig von einem Controller an ihrem Handgelenk überwacht, geht nur zu Prüfungen in die Schule und ihre Großmutter wohnt in einem abgeschlossenen Saferoom in ihrer Küche, sodass sie sie nur sehen, aber nie berühren darf. Was sich zunächst wie eine furchtbare Dystopie liest, ist bei genauerer Betrachtung gar nicht mehr so weit weg von der Lockdownrealität, die wir in den letzten Monaten erlebt haben. Schäuble gelingt es, die Regeln in Cleanland nur ein wenig mehr zuzuspitzen als das, was für uns inzwischen Alltag ist. So stellt sich beim Lesen schnell eine sehr beklemmende Stimmung ein, die aber zum Nachdenken anregt. Im Buch gerät Schilo immer mehr in einen Konflikt. Sie verliebt sich, ihre beste Freundin wird im Namen des Regimes eingesperrt und irgendwann stellt sich für Schilo die Frage, was ihr wichtiger ist: In Sicherheit aber unfrei in Cleanland zu leben oder der Versuch, einen eigenen Weg zu finden und dafür Cleanland zu verlassen. Diese Charakterentwicklung geht relativ schnell vonstatten, sodass man als Leser*in manchmal etwas überrascht ist, aber insgesamt entsteht so ein sehr dichter Handlungsfluss, der das Lesen zu einem intensiven Prozess werden lässt.
Das Ende des Buches ist zum Glück nicht so vorhersehbar, wie man meinen könnte und Schäuble schafft es, sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden zu geben. Das Buch ist auch sprachlich sehr gelungen und so entsteht ein Leseerlebnis, welches einen auch nach der letzten Seite nicht so schnell loslässt.
Elisabeth de Boor
[edb 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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