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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Rina, Lin,     
Titel:
Animant Crumbs Staubchronik
ISBN:
978-3-95991-391-1  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
552
Verlag:
Drachenmond Verlag, Hürth
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2017
Preis:
16,90 €   Taschenbuch / Heft / Broschur
       
Inhalt:
Die Geschichte um Animant erinnert ein bisschen an einen Jane Austen Roman. Es ist eine Art Gesellschafts- beziehungsweise Liebesroman, der zwar im 19. Jahrhundert spielt, bezüglich Stil, Erzähl- und Ausdrucksweise jedoch im Hier und Jetzt verortet ist.
[IR 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
12 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Liebe / Mädchen / Frau / Geschichte
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Das Buch erzählt die Geschichte eines 19-jährigen Mädchens zum Ende des 19. Jahrhunderts. Ihre Mutter würde nichts lieber sehen, als sie schnellstmöglich zu verheiraten. Doch Animant bleibt stur, reagiert auf die Annäherungsversuche der Junggesellen mit Sarkasmus und Besserwisserei, und zieht sich am liebsten mit einem Buch auf ihren Lieblingssessel zurück. Geradezu schockiert ist die Mutter, als Animant das Angebot ihres Onkels annimmt, als Bibliotheksassistentin in der Londoner Universitätsbibliothek zu arbeiten. Ein Skandal, schließlich hat eine junge Dame der Oberschicht nicht zu arbeiten. Einen Monat begleiten die Leser*innen die kluge, schöne und sturköpfige Ani bei ihrer Arbeit mit dem mürrischen und sarkastischen Bibliothekar Mr. Reed, der bisher noch alle Assistenten innerhalb kurzer Zeit vergrault hat. Doch Anis Liebe zu den Büchern kocht selbst das härteste Herz weich.
Lin Rinas Schreibstil ist sehr flüssig und anschaulich. Man kann sehr gut in die Londoner Welt des Jahres 1890 abtauchen und möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Ich-Perspektive lässt die Leser*innen besonders gut in die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonistin eintauchen. Die einsträngige Erzählweise sorgt für eine Fokussierung auf Animants Sichtweise und lässt die Leser*innen wirklich am Geschehen teilhaben, wenn man sich auch manchmal wünschen würde, in den Kopf des Bibliothekars zu schauen. Doch dafür gibt es ja das Buch „Animants Welt: Ein Buch über Staubchronik“. Besonders gelungen ist die Beziehung von Animant zu Mr.Reed. Mr. Reed verwandelt sich nicht plötzlich vom „bösen“ zum „guten“ Charakter, sondern bleibt sich selbst treu. Aber Animant versteht seine mürrischen und abweisenden Verhaltensweisen mit der Zeit besser zu deuten und schaut hinter die verschlossene Fassade. Hier findet eine Entwicklung der Protagonistin und eine Veränderung ihrer Sichtweise auf sich selbst und ihre Mitmenschen statt. Sie wächst über sich selbst hinaus und wird erwachsener.
Lin Rina ist ein atemberaubender Pageturner gelungen, der den Leser*innen nicht nur einmal ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
[IR 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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