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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Michaelis, Antonia,     
Titel:
Der Koffer der tausend Zauber
ISBN:
978-3-7891-1508-0  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Wandtke, Sanna
Seitenanzahl:
300
Verlag:
Oetinger, Hamburg
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
15,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Zwei ungleiche Freunde erleben eine Abenteuerreise mit einem magischen Koffer, die sie verbindet und das Geheimnis eines Schatzes lüftet.
[juz 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
10 - 15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / Fremde Kulturen / Freundschaft
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Straßenjunge Rabè bekommt von einem im Sterben liegenden Freund einen Koffer, in dem er eine Schatzkarte findet. Von diesem Zeitpunkt an ändert sich sein Leben und er begibt sich auf eine weite Reise in den Dschungel. Auf dem Weg schließt er Freundschaft mit Benja, der bis zu diesem Zeitpunkt ein sehr reiches, überbehütetes Leben geführt hat, das ihn nicht glücklich macht. Nach und nach nähern sie sich dem Dschungel, müssen aber um ihr Leben kämpfen und verteidigen, was ihnen wichtig ist. Dabei werden sie von einem schwarzen SUV und einer alten Frau verfolgt. Am Ende finden sie den Schatz, der nicht nur die Jungs belohnt, sondern auch einigen anderen Menschen eine neue Lebensperspektive bietet.
Antonia Michaelis hat ein Buch mit vielen magischen, fast märchenhaften Elementen in 16 Kapiteln geschrieben. Schon das Cover lässt durch mystische Elemente wie dem Mitternachtsmaki und den Dschungelpflanzen Vermutungen in diese Richtung zu. Weitere Illustrationen tauchen am Anfang jedes Kapitels auf. Rabè wird als heldenhafter Protagonist dargestellt. An seiner Entwicklung nehmen die Leser*innen aktiv teil und erfahren in der Ich-Perspektive von seinen Gedanken und Gefühlen. Vom mittellosen Straßenjungen ohne Rückhalt wird er zum erfahreneren Jungen mit Freunden, die schon fast Familie werden. Damit ist ein weiteres Merkmal von Märchen erfüllt: das gute Ende. Und dennoch werden „die Bösen“ nicht aktiv bestraft, denn die Gutmütigkeit der Personen, die sie bestrafen könnten, überwiegt. Ein anderer Gegensatz wird im Buch aber immer wieder anhand der Personen deutlich: der Unterschied zwischen arm und reich. Die Protagonisten Rabè und Benja machen das am deutlichsten. Und noch etwas machen sie ganz deutlich: Geld zu haben ist beruhigend, garantiert aber kein Glück. Der Zauber liegt in harmonischen, zwischenmenschlichen Beziehungen und auch das gleicht einem Märchen.
Diese zauberhafte Geschichte hat dennoch einen ernsten Hintergrund, der im Nachwort nochmal deutlich wird. Rabè steht sellvertretend für die „graubraunen“ Straßenkinder von Madagaskar. Antonia Michaelis war selbst zwei Jahre mit ihrer Familie in Madagaskar und hat sich dort für die Schulbildung von Kindern eingesetzt, die aus Armutsgründen betteln müssen und nicht zur Schule gehen können. Sie gründete extra für diese Kinder eine Schule, auf die das Nachwort hinweist.
Dieses Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Vom ersten Satz an bekam ich das Gefühl, Teil dieser Geschichte zu sein. Antonia Michaelis erreicht bei den Leser*innen dadurch nicht nur die Vertiefung in die Geschichte, sondern auch die Beachtung des so ernsten Themas. Eine absolute Leseempfehlung, nicht nur für Jugendliche, sondern auch Erwachsene, die sich gerne einmal in detaillierten Beschreibungen verlieren und wegträumen.
[juz 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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