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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Lawrence, Sandra,     
Titel:
Atlas der Heldinnen und Helden. Legendäre Figuren aus Märchen, Mythen und Sagen
ISBN:
978-3-7913-7461-1  
Übersetzer:
Löwenberg, Ute
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Hill, Stuart
Seitenanzahl:
64
Verlag:
Prestel, München
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
24,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Mit ihrer Tante Helena macht Alexia eine Gedankenreise durch die Welt und ihre Heldinnen und Helden, die es überall zu entdecken gibt.
[Michael Ritter 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
10 - 15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / Fremde Kulturen / Geschichte
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Heldinnen und Helden? Klar, Odysseus, Iason, Herkules und Penelope, wer kennt sie nicht? Doch gibt es nicht nur in der antiken Mythologie Griechenlands jede Menge spannende Typen zu entdecken. Vielmehr hat jede Kultur auch ihre besonderen Figuren hervorgebracht, die auch ein Stück die Wertvorstellungen und Leitbilder ihrer Heimat widerspiegeln und abbilden. Das griechische Mädchen Alexia entdeckt auf dem Dachboden ihrer Eltern einen alten Koffer ihrer Tante Helena, in dem sie Aufzeichnungen der Tante von einer besonderen Weltreise findet. In einer langen Reise um die Welt hat die Tante als junge Frau Geschichten über Heldinnen und Helden auf der ganzen Welt gesucht und in Zeichnungen und kurzen Beschreibungen dokumentiert: Hier finden sich zum Beispiel Banu Goshasp aus dem Iran, die südafrikanische Königin Nonikwe, Li Kui aus China oder Hinemoa aus Neuseeland. Sie alle werden in eine vage angedeutete Rahmengeschichte eingebettet und in Form großformatiger Landkartenzeichnungen der Kontinente und Kulturkreise vorgestellt. Ihre eigentümlichen Geschichten bieten Einblicke in die Denkweisen und Vorstellungen ihrer Kulturkreise.
Die digitalen Zeichnungen zeigen schematisierte und typisierte Heldenfiguren, die weitgehend einer konventionellen Darstellung entsprechen und mit den mit ihnen assoziierten Accessoires ausstaffiert sind. Dazu gibt es kurze Erläuterungen zu allen gezeigten Figuren und eine kurze Rahmung zur Geschichte von Helena. In kleinen Notizettelkommentaren wird als dritte Erzählebene Alexia eingefügt, die das Gelesene kommentiert und in ihr Wirklichkeit einordnet. Ein Tagebuch als Rahmen schafft schließlich hier auch eine kohärente Kontextualisierung.
Besonders auch der weibliche Anteil des Heldentums wird hier betont und gezeigt, dass nicht nur Männer Helden sein können. Das verkörpern auch die beiden Rahmenfiguren Alexia und Helena. Eine immer wiederkehrende Geheimschrift lädt zum Rätseln ein und das (traurige) Schicksal der Tante Helena schließlich macht auch deutlich, dass Heldinnen und Helden Vorbilder darstellen, die auch für unser eigenes Tun maßgeblich sind. So bleiben sie nicht distanziert, sondern entwickeln Dichte und Prägnanz und erweitern den üblichen Rahmen eines Sagenbuches auch auf dieser Ebene. Sehr zu empfehlen!
[Michael Ritter 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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