AJUM Logo
Datenbank
Besprechungen von Kinder-,
Jugendliteratur & Medien




Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
Datenbank

AJuM Datenbank
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

7687 aktuelle Rezensionen, weitere 78295 Rezensionen im Archiv
Suchtext:
Schlagwörter:
Titel:
Autor
Vorname:
Autor
Nachname:
Illustrator:
Bewertung:
 Einsatzmögl.:
Medienart:
Alter:
Gattung:
 Archiv anzeigen:
Wolgastpreis:
 
Wie suche ich richtig? Wie darf ich die Rezension verwenden? DRUCKANSICHT



Autor:
Lundqvist, Jesper,     
Titel:
Kivi & Monsterhund
ISBN:
978-3-9818785-1-6  
Übersetzer:
Barthel, Jochen
Originalsprache:
Schwedisch
Illustrator:
Johannson, Bettina
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Maria Benson Verlag, Berlin
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
12,50 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Kivi wünscht sich einen Hund. Als der Wunsch in Erfüllung geht, entpuppt er sich als Albtraum. Doch das ist nicht die einzige Überraschung, das Bilderbuch hat auch inhaltlich, visuell und sprachlich einige Besonderheiten.
[juri 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
4 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
empfehlenswert
Schlagwörter:
Gender / Geschlecht / Emanzipation / Komik / Humor
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
„Kivi & Monsterhund“, aus dem Schwedischen übersetzt und das erste Kinderbuch, das ein geschlechtsneutrales Personalpronomen („hen“) nutzt, ist in gebundener Sprache geschrieben. Zur Zielgruppe 4-6jähriger Kinder passt das ganz gut, da sie für Reime und Wortspiele empfänglich sind. Leider merkt man doch sehr deutlich, dass es sich um eine Übersetzung handelt, da die Reime hin und wieder etwas gewollt daher kommen. Auch bleibt es nicht einfach beim genderneutralen schwedischen „hen“, das ins Deutsche als Lehnswort übertragen ist und mehr nach einem Vornamen klingt, als nach einem Personalpronomen. Darüber hinaus werden Schachtelworte wie „Tankel und Gebrester“ oder „Mapa und Pama“ entwickelt, um eine geschlechterbinäre Weltsicht aufzubrechen. Das widerum ist nicht jedem Kind der Altersklasse gleichermassen zugänglich.
Durch die Auseinandersetzung geht womöglich der intendierte spielerische Aspekt verloren. In beiden Fällen gilt: der Ansatz wirkt technisch und lässt an Leichtigkeit einbüssen.
Visuell sind die wild colorierten Federzeichnungen fast grotesk gehalten. Kivi sieht aus wie eine Madroschka, während der Monsterhund unförmig und Angst einflössend ist und auch seine*n neue*n Besitzer*in Kivi abstösst. Hinzu kommt sein grenzüberschreitendes Verhalten, das sich natürlich hündisch ausnehmen und exemplarisch sein soll. So macht der Hund alles kaputt, ist dreckig und stinkt, uriniert und defäkiert auf den Teppich. Natürlich wünscht sich Kivi zum Schluss keinen Hund mehr!
Das Bilderbuch kommt wie eine Realitätskur herüber, die klarstellen soll, dass es in der Wirklichkeit nicht immer so unkompliziert und erfreulich ist mit dem gewünschten (Haustier). Die Arbeit des Bilderbuchs mit Überzeichnungen stigmatisiert leider Hässlichkeit und normabweichendes Verhalten und findet damit auch keinen Umgang. Genauso bleibt der geschlechtsneutrale Aspekt etwas schwach, weil es das passende Personalpronomen im Deutschen nicht gibt und das entlehnte „hen“ nicht den gleichen Effekt hat. Deshalb befinden sich vorangestellte Erklärungen im Vorwort, was wiederum für die Zielgruppe zu technisch ist.
So eckig wie das Sujet ist, verhält es sich mit der Moral: Als der Monsterhund verschwindet, wünscht sich Kivi einen Gorilla.
[juri 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.